Erstkommunion 2021
Vorbereitung per Video "echt cool"
Die Corona-Pandemie macht auch die Vorbereitung auf die Erstkommunion schwierig. Vieles ist nicht wie gewohnt möglich. Gemeindeassistentin Heike Preut hat für die Pfarreiengemeinschaft Miteinander in Holte-Lastrup, Lähden, Lahn, Ahmsen, Vinnen und Löningen-Wachtum andere Wege gefunden.

Welche Lösung haben Sie für die Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion gewählt?
Den ersten Termin im September konnten wir noch relativ normal mit allen 40 Kindern in der Kirche und in Gruppen im Pfarrheim machen. Danach mussten wir nach Alternativen suchen und unseren Plan der Situation anpassen. Zum einen läuft es jetzt über die Familienkatechese und zum anderen über Videokonferenzen.
Was bedeutet das in der Praxis?
Das bedeutet, dass die Eltern die Vorbereitung zu Hause selbst übernehmen – also Tischmütter und -väter für ihre Kinder sind. Dafür habe ich Material in einer Mappe zusammengestellt. Zum Rosenkranzknüpfen hatten wir die Eltern und Kinder in die Kirche eingeladen – aber auch angeboten, dass sie das zu Hause machen können. Etwa die Hälfte ist gekommen, die andere Hälfte hat es für sich gemacht. Zusätzlich habe ich drei Zoom-Meetings organisiert: eine Videokonferenz mit den Eltern und zwei mit den Kindern.
Wie hat das funktioniert?
Wir haben die Kinder nach Orten und Grundschulen in zwei Gruppen aufgeteilt und vorher einen Test gemacht. Jedes Videotreffen mit jeweils 20 Kindern hat 60 Minuten gedauert, länger sollte es nicht sein. Es ging dabei um das Thema Versöhnung und um Gebetshaltungen – mit Fotos, Bildern, Geschichten und kleinen Übungen. Ich war anfangs skeptisch, ob das klappt, aber es hat erstaunlich gut funktioniert.
Und wie hat das den Kindern gefallen?
Die haben überhaupt keine Scheu vor solchen digitalen Lösungen – es war richtig schön. Wir haben viel gelacht dabei und bei den Kindern war eine große Freude zu spüren, dass sie so alle Freunde aus ihrer Schule wiedergesehen haben. Ich habe niemanden auf stumm gestellt, denn die Kinder haben super mitgemacht. So was wie eine digitale Müdigkeit konnte ich nicht feststellen. Es ist ja so, dass die Grundschüler im Wechselunterricht sitzen und gar nicht so oft im Homeschooling sind. Die fanden diesen Weg auf die Erstkommunion hin „echt cool“.
Aber kann solch eine Lösung alles ersetzen?
Nein, das kann wirklich nur ein Ersatz sein. Auch die Kinder haben gesagt: „Hoffentlich treffen wir uns das nächste Mal real wieder.“ Für sie ist es wichtig, sich richtig zu sehen, zu spielen und miteinander den Glauben zu leben. Gründonnerstag wollen wir deshalb auch eine Messe separat für die Erstkommunionkinder wieder in der Kirche machen.
Interview: Petra Diek-Münchow