Forum am Dom bietet im Advent Ruhe, Ausstellungen und Gespräch

Winterwärme im Weihnachtsrummel

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Winterwärmeaktion Forum am Dom
Nachweis

Foto: Thomas Osterfeld

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Nicht nur im Winter haben sie wärmende Ideen: die Mitarbeiterinnen des Forums am Dom (v.l.) Astrid Engelmann, Sibylle Kühn, Daniela Engelhardt und Hildegard Vielhaber-Schulte. 

Es ist ein Kontrast, der wohltuender kaum sein kann: Draußen die blinkende, duftende, kommerzielle Welt des Osnabrücker Weihnachtsmarkes, drinnen ein Ort der Ruhe und Wärme, des Willkommenseins bei einer Tasse Kaffee und einem netten Gespräch. Nicht nur im Advent bietet das „Forum am Dom“ in seinen Räumen mitten im Herzen von Osnabrück Menschen die Möglichkeit, aus dem Trubel des Alltags einmal auszusteigen, für einen Moment zur Ruhe zu kommen, einfach da zu sein – ohne Musik und ständiger Beschallung.

Weihnachtsmarkt
Direkt am Osnabrücker Weihnachtsmarkt liegt das Forum am Dom mit seinen vielfältigen Angeboten. Foto: Thomas Osterfeld

Das „Forum am Dom“ ist die zentrale Anlaufstelle der katholischen Kirche in Osnabrück. Der Advent ist auch hier eine besondere Zeit, sagt Mitarbeiterin Hildegard Vielhaber-Schulte. Noch mehr Menschen als üblich besuchen dann die hellen und freundlichen Räume am Domplatz, nutzen das offene Angebot - das schon mal schnell über eine Tasse Kaffee hinausgeht: Oft entwickeln sich spontan Gespräche am Info-Tresen, „die weit über das Wetter weit hinausgehen. Menschen fangen an zu erzählen, quer durch alle Themen“, erzählt die Gemeindereferentin, die im Forum auch Beratung zu Ehe-, Familien- und Lebensfragen anbietet. Oft spürt die Seelsorgerin dabei einen großen Vertrauensvorschuss. Sie erklärt: „Im Advent sind die Menschen anders sensibel. Weihnachten steht vor der Tür. Für manche ist das mit Vorfreude, für manche aber auch mit Bedrückung verbunden, wenn sie zum Beispiel allein sind.“ Dabei gehe es für sie nicht nur um die drei Weihnachtsfeiertage, die schwer zu ertragen seien. Der ganze Advent sei oft nicht einfach. Diese Stimmungen zu erspüren, sei eine der wichtigsten Aufgaben am Tresen des Forums.

Ein Ort, wo Menschen erreichbar sind

Die 25 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denken sich im Advent stets besondere Aktionen aus. So gibt es neben dem festlich geschmückten Raum in diesem Jahr wieder die Aktion „Winterwärme“: An einzelnen Tagen laden sie zu einer Tasse Kaffee oder einem Kakao ein und es gibt dazu eine nette Kleinigkeit wie einen Nikolaus oder eine Mandarine geschenkt. „Das fängt im Advent an und zieht sich bis in den Februar hin“, erklärt Hildegard Vielhaber-Schulte. Die Idee zu der Aktion sei in einem „richtig kalten Winter“ entstanden und werde spontan nach Wetterlage gestartet. 

Friedensstelen
Friedensstelen sind im Advent im Forum ausgestellt - als Ermutigung, Frieden zu leben. Foto: Andrea Kolhoff

Darüber hinaus ist vom 2. bis 18. Dezember im Forum eine Ausstellung mit leuchtenden Friedensstelen zu sehen. Die Initiatoren aus der Pfarreiengemeinschaft Artland wollen mit den Stelen die „Hoffnung auf Frieden zum Leuchten bringen“, wie es auch der Titel sagt. In sechs Metalkuben leuchten ausgestanzte Worte für den Frieden, zum Beispiel „Shalom“ oder „Salam“. Künstlerisch gestaltete Glasplatten bedecken die Kuben und leuchten in intensiven Farben. Das Projekt soll gegen den bedrohten Frieden ein Zeichen setzen und zu Friedensprojekten ermutigen, Friedensgedanken und Friedensideen vermitteln.

Für Hildegard Vielhaber-Schulte ist es ein wichtig, dass die Kirche mit dem Forum einen Ort hat, „der offen ist, wo man einfach sein kann und wo Menschen erreichbar sind.“ Manchmal bleibt sie dabei hinter dem Tresen, manchmal geht die durch die Reihen, sucht das Gespräch mit den Besuchern. Und manchmal setzt sie sich auch nach draußen vor das Forum auf eine Bank, mischt sich unter die Menschen – immer offen für ein Gespräch. Auch für den kommenden Advent gibt es bereits eine neue Draußen-Idee: Als „Lichtmenschen“ verkleidet wollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Weihnachtstrubel zu den Menschen gehen, leuchtend ins Gespräch kommen und auf ihr Angebot aufmerksam machen.

Astrid Fleute