Katholikentag in Erfurt beendet

"Dem Hass widerstehen"

Konzert beim Katholikentag vor dem Erfurter Dom

Foto: kna/Julia Steinbrecht

Glaubensfest: Zum Konzert der Band "Knallblech" versammelten sich viele Menschen vor dem Erfurter Dom. 

Der Katholikentag in Erfurt ist mit einem großen Open-Air-Gottesdienst zu Ende gegangen. Die Veranstalter ziehen eine positive Bilanz. Zum Abschluss gab es eine Geste für die Flutopfer und eine klare Botschaft für den Schutz der Menschenwürde.

Mit einem stimmungsvollen Gottesdienst im Zentrum von Erfurt ist der 103. Deutsche Katholikentag zu Ende gegangen. Vor der imposanten Kulisse des Erfurter Doms sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, man denke an die Opfer des Hochwassers in Süddeutschland und fühle sich ihnen besonders verbunden.

Katholikentags-Präsidentin Irme Stetter-Karp rief dazu auf, die Würde aller Menschen gegen Angriffe zu verteidigen. Die Botschaft des fünftägigen Treffens sei: "Wir wollen miteinander leben - nicht gegeneinander! Wir wollen den Frieden suchen - und dem Hass widerstehen." Demokratie und Christsein passten gut zusammen. "Was wir hier öffentlich bestärkt haben, muss auch in Zukunft gesagt werden können: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Damit das so bleibt, müssen wir den öffentlichen Raum verteidigen."

Bischof Neymeyr: Dankbar für so schöne Begegnungen

Bischof Bätzing rief dazu auf, sich durch Krisen nicht entmutigen zu lassen. "Wir werden den Krisen, die unser Zusammenleben und die Zukunft unserer Erde bedrohen, eher etwas entgegenhalten können, wenn wir den entspannten langen Atem des Vertrauens auf Gott mit einbringen." Der Katholikentag habe gezeigt, dass Christinnen und Christen aufstünden, "wenn Antisemitismus und Rassisismus versuchen, Raum zu greifen".

Auch die Veranstalter haben eine positive Bilanz gezogen. Im Blick auf Krisen und Kriege stand der Katholikentag unter dem Leitwort "Zukunft hat der Mensch des Friedens". Als besonders zukunftsweisend bezeichnete ZdK-Präsidentin Stetter-Karp, die ökumenische Zusammenarbeit: "Das gleicht einer noch zu wenig beachteten Revolution." Sie zeigte sich überzeugt: "Katholikentage werden heute und morgen an ihrer ökumenischen Weite gemessen werden." Dem interreligiösen Miteinander komme eine immer größere Bedeutung zu.

Insgesamt nahmen laut Veranstalter 23.000 Menschen an den rund 500 Veranstaltungen des fünftägigen Christentreffens teil, darunter 20.000 Dauerteilnehmer. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz (SPD) besuchten das Christentreffen.  Der Katholikentag fand zum dritten Mal seit der deutschen Wiedervereinigung in Ostdeutschland statt und erstmals in Erfurt.

Zahlreiche Reden und Diskussionen waren geprägt durch die Europawahl in einer Woche und drei anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland. Inhaltlich ging es um Themen wie den Aufstieg rechtsextremer Kräfte, die Klimakrise, Gerechtigkeit sowie Kriege in der Ukraine und Gaza. 

Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr zeigte sich dankbar: "Wir haben so viel positives Echo erfahren - es seien auch so tolle Räumlichkeiten, keine sterilen Hallen, und so schöne Begegnungen." Sehr gut besucht seien die Veranstaltungen zum kirchlichen Leben in Ostdeutschland gewesen. Er glaube, dass das Leitwort "Zukunft hat der Mensch des Friedens" lange in Erinnerung bleiben werde.

Der nächste Katholikentag ist 2026 in Würzburg. 2025 lädt die evangelische Kirche zum Kirchentag nach Hannover ein.

kna