Kirche in Bad Rothenfelde nach zwei Jahren Bauzeit wieder eingeweiht

Die Salinen im Kirchenfenster

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Kirche Bad Rothenfelde
Nachweis

Foto: privat

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Noch sind die Außenarbeiten nicht beendet, aber innen ist die Kirche St. Elisabeth umgestaltet und grundsaniert - und wieder eingeweiht.

Auf diesen Tag haben die Katholiken in Bad Rothenfelde deutlich länger gewartet, als ursprünglich vorgesehen: Am 19. November wurde nun endlich die renovierte und umgebaute St.-Elisabeth-Kirche von Bischof Dominicus Meier wieder eingeweiht – heller, lichtdurchfluteter und gemeinschaftlicher als zuvor.

Bischof Dominicus Altarweihe Bad Rothenfelde
Bischof Dominicus Meier weiht den neuen Altar ein. Fotos: privat

Eine lange Bauphase geht dem Ende entgegen: 15 Monate länger als ursprünglich geplant mussten die Katholiken in und um Bad Rothenfelde auf die St.-Elisabeth-Kirche verzichten, die grundlegend renoviert wurde. Der Grund für die Verzögerung: Vier Monate nach Beginn der Renovierungsarbeiten wurde vom Bistum im November 2023 ein Baustopp verhängt. Bei Bodenproben war der giftige Wirkstoff PCB gefunden worden. Er stammte aus dem Außenanstrich des Gebäudes. „Der Boden rund um die Kirche musste entsorgt und die Außenwände etwa 1,5 bis 2 Zentimeter tief abgefräst werden“, erklären die Gemeindemitglieder Rolf Höge und Herbert Niehaus, die die Bauleitung übernommen haben. Das kostete Zeit, Nerven und Geld, das an anderer Stelle eingespart werden musste.

Um eines brauchten die Katholiken sich in dieser Zeit jedoch nicht zu sorgen: um die Gastfreundschaft der evangelischen Nachbargemeinde, die während der gesamten Bauzeit ihre Kirche für Gottesdienste zur Verfügung stellte. Herbert Niehaus betont: „Sie haben in dieser Zeit sogar ihren eigenen Sonntagsgottesdienst um 30 Minuten nach hinten verschoben, uns eine Sakristei zur Verfügung gestellt und waren immer ansprechbar.“ Im Gegenzug haben die Katholiken geholfen, zum Beispiel an Weihnachten einen Tannenbaum aufzustellen und die Kirche auch an anderen Festen wie Erntedank zu schmücken. 

Der neugestaltete Altarraum mit einem großen neuen Fenster, das in seiner Gestaltung an die Salinen des Kurortes erinnern soll. 

 Das lange Warten hat sich gelohnt: Die grundsanierte St.-Elisabeth-Kirche ist nun heller und lichtdurchfluteter als vorher. Der weiße Innenanstrich und das große neu eingebaute Fenster im Altarraum zeigen deutlich ihre Wirkung. Die Gestaltung des Fensters soll an die Salinen erinnern, die den niedersächsischen Kurort prägen. Im Rahmen der Umgestaltung wurde außerdem der Altarraum abgesenkt und steht nun mittig in der Kirche, die Bänke gruppieren sich um den neuen Altar. Auch der Taufbrunnen wurde aus der Taufkapelle in die Kirche geholt. „Man läuft direkt darauf zu, Christsein beginnt ja schließlich mit der Taufe“. Auch die Bänke strahlen heller, wurden abgeschmirgelt, neu geölt und eingekürzt, um die Gänge zu verbreitern – auch für die vielen Kurgäste, die oft mit einem Rollator in die Kirche kommen. 

Fast täglich waren Rölf Höge und Herbert Niehaus auf der Baustelle, kontrollieren den Baufortschritt, waren Ansprechpartner. Mit Sorgenfalten rechneten sie zwischendurch, manch geplantes Projekt wie eine Pergola außerhalb der Kirche musste gestrichen werden. Dass das große Fenster eingebaut werden konnte, sei einem Großspender zu verdanken, erzählen sie. Auch der automatische Türöffner sowie Kleinteile wie Sitzkissen, Buchablage oder Gotteslobhalterungen wurden nur durch Privatspenden ermöglicht. „Alle sind an die Grenze ihrer Finanzen gekommen“, so Rolf Höge, der stolz auf viel Eigenleistung der Gemeinde verweist. Die Orgel wird noch gereinigt und im Frühjahr wieder aufgebaut. 

Nicht nur die Einwohner, auch die Kurgäste freuen sich, dass das Gotteshaus nun wieder genutzt werden kann. Viele kommen, um eine Kerze zu entzünden. „Der Kirchenbesuch ist bei uns überdurchschnittlich hoch“, so Niehaus, „zehn Leute pro Stunde ist nicht selten.“ Gut zu sehen sei das auch am hohen Verbrauch an Opferkerzen, denn die sind in der Kirche im Kurort ein Dauerbrenner.

 

Astrid Fleute