Seniorenchor in Georgsmarienhütte gegründet
Fürs Singen ist es nie zu spät
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Gemeinsames Singen tut gut - egal in welchem Alter.
Senioren, die regelmäßig singen, leben nicht nur glücklicher, sondern auch gesünder. Gemeinsames Singen in einem Chor tut Körper und Seele einfach gut und ist ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit. Vor diesem Hintergrund haben Chorleiterin und Organistin Anne Wolf und Andrea Sandkämper in der Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-West jetzt einen Seniorenchor speziell für Menschen über 70 Jahren gegründet – und sind von der ersten Resonanz ganz begeistert, erzählt Anne Wolf in einem Interview.
Oft hören Senioren eher auf im Chor zu singen, als damit zu beginnen. Sie haben speziell einen Chor für Senioren gegründet. Warum?
Schon lange habe ich den Gedanken, gezielt mit Senioren musikalisch zu arbeiten und innerhalb der Gemeinde ein neues Angebot für eine besonders treue Gruppe zu schaffen: ältere Menschen, die zum Beispiel regelmäßig die Gottesdienste besuchen oder sich in der Gemeinde engagieren. Da kam ich auf die Idee, Andrea Sandkämper aus Herz Jesu anzusprechen. Sie arbeitet als Betreuungskraft im Alten- und Pflegeheim St. Marien. Ich habe mich sehr gefreut, dass sie gleich begeistert vom Chorvorhaben war. Wir haben überlegt, dass dabei nicht der nächste große Auftritt zu Weihnachten oder Ostern im Mittelpunkt stehen sollte, sondern vor allem die Freude am gemeinsamen Singen und daran, Lieder miteinander zum Klingen zu bringen.
Was genau haben Sie vor?
Wir wollen Kanons, jahreszeitlich passende Volks- und Kirchenlieder, einfach gesetzte klassische Stücke sowie gern auch Schlager aus den 50er- bis 70er-Jahren mit den Senioren singen. Selbstverständlich haben die Sängerinnen und Sänger auch ein Mitspracherecht: Das Repertoire soll möglichst gemeinsam entwickelt werden. Die Freude am Singen steht im Vordergrund.
Gibt es besondere Anforderungen an einen Seniorenchor?
Wir haben die Noten etwas größer kopiert und werden natürlich nicht gleich vierstimmig singen. Um den Anforderungen älterer Stimmen gerecht zu werden, achte ich darauf, dass der Tonumfang nicht zu groß ist. Die Stücke werden daher überwiegend in mittlerer bis tieferer Lage angesiedelt sein und auf extreme Höhen oder Tiefen verzichten.
Der Ablauf einer Probe unterscheidet sich aber grundsätzlich nicht von einer Chorprobe mit jüngeren Menschen. Nach der Begrüßung folgt ein Einsingen, das gerade im Seniorenchor eine wichtige Rolle spielt, um altersbedingten Stimmveränderungen Rechnung zu tragen. Anschließend beginnen wir mit einem einfachen, bereits bekannten Lied, bevor wir uns neuen Stücken widmen oder intensiver an einem Werk arbeiten. Eine kleine Pause zum Austausch, für ein Getränk oder anderes ist natürlich ebenfalls vorgesehen – die genaue Gestaltung wird sich mit der Zeit einspielen. Auftritte sind zunächst nicht geplant.
Wie war die Resonanz auf die erste Chorprobe?
Die Resonanz auf die erste Probe war überwältigend. Mein Notenmaterial für zehn Personen reichte bei weitem nicht aus – es kamen schätzungsweise über 40 Interessierte. Dazu trug auch bei, dass viele Bewohner des Hauses St. Marien, wo die Probe stattfindet, neugierig waren und das neue Angebot kennenlernen wollten. Die ersten Rückmeldungen waren positiv. Wir rechnen aber damit, dass sich die Gruppe noch wieder verkleinern wird, da einige vielleicht mit anderen Erwartungen gekommen sind und die Teilnahme oft auch tagesformabhängig ist.
Warum ist Singen im Alter so wichtig? Was kann es bewirken?
„Singen macht Spaß, Singen tut gut“ – so heißt es treffend in einem bekannten Kanon von Uli Führe. Tatsächlich ist wissenschaftlich belegt, dass Singen Glückshormone freisetzt und sogar dazu beitragen kann, einer Demenz vorzubeugen. Die vertiefte Atmung verbessert die Sauerstoffversorgung des Körpers und auch das Immunsystem wird gestärkt. Darüber hinaus fördert das gemeinsame Singen soziale Kontakte, steigert die Zufriedenheit und hilft dabei, den Alltag für eine Weile in den Hintergrund treten zu lassen. Wenn das keine Gründe für einen Seniorenchor sind!
Interessierte können sich für weitere Informationen melden bei Anne Wolf, Tel. 05403/794270, E-Mail anne.wolf@osnanet.de, oder bei Andrea Sandkämper, Tel. 05401/34106, E-Mail: a.sandkaemper@gmx.de.