Grete Krull engagiert sich für Geester Kirchengemeinde
Immer im Einsatz für St. Antonius
Foto: Petra Diek-Münchow
Die Dahlien für den Blumenschmuck in der Kirche holt die 90-jährige Grete Krull im Sommer aus ihrem Garten.
Zu den vielen Aufgaben, die Grete Krull für die St.-Antonius-Gemeinde in Geeste (Emsland) übernimmt, zählt zum Beispiel der Blumenschmuck in der Kirche. Jetzt im Sommer holt sie das Material dafür aus dem eigenen Garten. „Wollen Sie mal sehen?“, fragt die 90-Jährige und geht fix nach hinten. Da steht eine wahre Blütenpracht von 40 Dahlienstauden in Orange, Gelb und Pink. Ihr Sohn Heinrich kümmert sich darum und das ganz offenbar sehr erfolgreich. „Später im Herbst gibt es noch die ‚Fette Henne‘“, erklärt Krull und zeigt auf die Pflanzen im Beet nebenan. Daraus bindet sie mit einer anderen Frau Sträuße für das Gotteshaus. „Das habe ich mir nach und nach selbst beigebracht.“
Schon seit 1987 kümmert sich Grete Krull um den Blumenschmuck. Und das ist nur eines der vielen Ehrenämter und Dienste, die die Geesterin seit Jahrzehnten übernimmt. „Wenn man sie sucht, findet man sie meist in der Kirche, rund um die Kirche oder auf dem Friedhof“, berichtet die Pfarrsekretärin. Und in der Regel braucht die 90-Jährige auch keinen Notizzettel, sondern behält alles im Kopf. Nur für das Gespräch mit dem Kirchenboten, da hat sie sich doch mal alle Einsatzgebiete aufgeschrieben, damit sie keines vergisst.
Sie pflanzt, gießt, harkt und jätet Unkraut
Denn da kommt einiges zusammen. Seit Sommer 2019 ist Grete Krull Küsterin in St. Antonius, hatte diese Aufgabe aber zuvor auch schon viele Jahre vertretungsweise übernommen. Seit 1985 schaut sie nach den Priestergräbern auf dem Friedhof – pflanzt, gießt, harkt, jätet Unkraut. „Was man eben so machen muss, damit es anständig aussieht“, sagt sie. Genauso lange gehört sie zur jetzt zehnköpfigen Gruppe für die Kirchplatzreinigung, hat lange diesen Kreis organisiert. Nun sorgt sie für Schnittchen und Kuchen für die Frauen und Männer, die sich nach der Arbeit in geselliger Runde noch zusammensetzen. Auch die Wäsche der Altardecken und Tücher, der Gewänder für Priester, der Messdienerschar und Kommunionhelfer liegt in ihren Händen – inklusiven akkuratem Bügeln.
Und noch immer ist die Liste nicht zu Ende. Grete Krull verteilt in ihrer Nachbarschaft die Pfarrbriefe, pflegt die Blumenschale beim Kreuz auf dem Friedhof, hilft beim Binden des Adventskranzes und der Buchsbaumgirlande für den Taufbrunnen. Bis vor einigen Jahren war sie zudem Kommunionhelferin, hat in einer festen Gruppe den Rosenkranz vorgebetet, gehörte dem Kirchenchor an, war Mitarbeiterin bei der Frauengemeinschaft, Teil des Krankenbesuchsdienstes und hat sich auch noch um die gelben Säcke beim Friedhof gekümmert. Gibt es einen Tag in der Woche, an dem sie nicht rund um die Kirche im Einsatz ist? Sie muss selbst kurz überlegen bei der Frage. „Ich glaube nicht“, sagt sie. Die Stunden, die sie für St. Antonius leistet und geleistet hat, könnte vermutlich kaum jemand zählen.
"Das hält mich fit und jung"
Warum sie das alles macht? „Da bin ich hineingewachsen“, sagt sie schlicht. Schon das Elternhaus hat sie mitgeprägt. Ganz selbstverständlich emsländisch-katholisch aufgewachsen ist Grete Krull, Kirche gehörte immer dazu. Zwei ihrer Schwestern sind in jungen Jahren in Orden eingetreten. Und ihr Mann Heinrich hatte schon die Anlagen bei der Kirche übernommen. „Das war normal, dass man sich für die Gemeinde engagiert und nicht nur danebensteht.“
Zudem hat ihr die Gemeinschaft in St. Antonius auch durch schwere Zeiten geholfen. Damals, als ihr Mann früh gestorben ist und sie mit den Kindern zurückblieb. Durch die Ehrenämter blieb sie in Kontakt und hatte immer das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. „Und außerdem hält mich das alles fit und jung“, sagt sie mit einem verschmitzten Schmunzeln.
Fest verankert ist Grete Krull dabei im Glauben, der so untrennbar mit ihrem Leben verbunden ist, dass sie nicht ausführlich darüber sprechen muss. „Ich vertraue darauf“, sagt sie und daraus spricht viel Zuversicht, viel Hoffnung. Steht dann auf und zeigt ein paar Gebetszettel: zerknittert und vergilbt, ordentlich durchgebetet. „Das hat mir manches Mal geholfen.“