Kita-Neubau in Bremen eröffent

Maritim und verspielt

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Ein Gebäude in der Stadt
Nachweis

Foto: Christof Haverkamp

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Das neue Gebäude der Kita St. Johann in Bremen ist fertig, hier der Blick von der Großen Straße.

Die Kindertagesstätte St. Johann in Bremen ist nach langer Bauzeit in ein neues Haus gezogen. 80 Kinder können dort basteln, Feste feiern, gemeinsam essen – und auf dem Dach spielen.

Es war ein großes Bauprojekt: Anfang Oktober konnte die Kindertagesstäte St. Johann mitten in Bremen ein neues Haus beziehen – das alte Gebäude war nicht mehr nutzbar. Zwei Spielflächen, eine auf dem Dach mit Blick auf das historische Schnoor-Viertel und eine in der Etage darunter, gehören zu den Besonderheiten – und passen zum Kita-Konzept: maritim und verspielt.

Ein Spielgerät auf dem Dach
Der Spielplatz auf dem Dach. Foto: Christof Haverkamp


Sabine Egert leitet die Kita seit 22 Jahren – nun auch im neuen Haus. Doch in Zukunft teilt sie sich diese Aufgabe. Erzieherin Dörte Wewer ist jetzt ihre Stellvertreterin. „Das entlastet mich, weil ich nicht mehr alles allein auf meinen Schultern tragen muss“, sagt Egert. Da sie auch gern organisiert und gestaltet, freut sie sich darauf, das ganzes Potenzial der Kita entfalten zu können. Dörte Wewer wiederum unterstreicht, dass sie noch viel von Egert lernen könne. „Ein alter Hase und ein junger Hase, da profitieren wir gegenseitig voneinander. Und die Chemie stimmt auch“, betont Egert.
Gemeinsam haben die beiden Frauen auch ein neues Konzept für die Kita entwickelt, das auf die neuen Räume zugeschnitten ist. „Wir wollen den Quadratmeter wirklich ausnutzen“, sagt Wewer und meint damit, dass im neuen, großen Foyer auch Veranstaltungen für Eltern und Kinder stattfinden können. Sie wollen nichts überstürzen: „Das Ganze steht unter dem Stern der Ruhe, Schritt für Schritt.“


Alle Sinne ansprechen, auch bei religiösen Festen


Der ganzheitliche Ansatz bleibt im Konzept verankert: mit allen Sinnen erkunden, alle Sinne ansprechen und einbinden. Als Beispiel nennt Wewer Äpfel, die sie mit den Kindern auf dem Markt kauft und dann beschreibt, fühlt und schmeckt. Auch bei religiösen Festen werden alle Sinne angesprochen: Die Kinder können zum Beispiel in die Rolle des heiligen Martin schlüpfen, „verschiedene Szenen nachspielen und zeigen, was Teilen für sie bedeutet“. Doch sie feiern nicht jedes religiöse Fest, sondern heben die Haltung hervor, die dahinter steht: „Wir betrachten das ganze christliche Jahr und picken uns die Rosinen heraus.“ Die Nächstenliebe steht im Vordergrund.

Zwei Frauen lachen
Die beiden Leiterinnen der Kita St. Johann, Sabine Egert und Dörte Wewer. Foto: Christof Haverkamp


Den Leiterinnen ist es wichtig, dass die Kinder auch mitentscheiden können, zum Beispiel in Kinderkonferenzen. „Wenn sich die Kinder für gewisse Themen oder Festlichkeiten interessieren, dann gehen wir da intensiver darauf ein“, sagt Wewer. Auch bei der Raumgestaltung können die Kinder mitwirken.
In der hauseigenen Küche bereitet das Küchenpersonal täglich frische und gesunde Mahlzeiten zu. Während die Jüngeren noch in ihren Gruppen essen, dürfen die Älteren in einer Art Mensa, dem „Weserlokal“, gemeinsam speisen. Bei den Kitas im Gemeindeverband ist diese Idee einmalig.


Wie schön, hier ist eine neue Kita


Möglich wurde dieser großzügige Neubau durch eine Zusammenarbeit mit einem Investor, der den Gemeindeverband Bremen bei der Planung und Umsetzung unterstützt hat. Die laufenden Kosten des Kitabetriebes würden teilweise durch die Stadt Bremen refinanziert, erklärt Geschäftsführer Christopher Peiler. Neben den vorhandenen 60 Kitaplätzen sind durch den Umzug 20 Krippenplätze für Kinder unter drei dazugekommen.


Dieser Schritt wurde vollzogen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, erklärt Egert. Nach den Bremer Aufnahmekriterien ist neben dem Wohnort auch der Arbeitsplatzort der Eltern ein Faktor, und der präsente Standort fällt auch Passanten auf. „Wenn ich morgens die Tür aufschließe, sehe ich Menschen, die stehen bleiben und sehen ‚Wie schön, hier ist eine neue Kita‘“, beschreibt Wewer und freut sich, einfach gesehen zu werden.
 

Anton Kensbock

Zur offiziellen Eröffnung der Kita St. Johann, Balgebrückstraße 22, am 24. November ist Bürgermeister und Bundesratspräsident Andreas Bovenschulte eingeladen.