Was uns diese Woche bewegt
"Nikolaus im Fahrerhaus"
Das kennen Sie bestimmt auch: Sie wollen auf der Autobahn eine kurze Rast einlegen und auf einem Parkplatz stoppen. Sie nehmen schon mal Gas weg, fahren auf den Verzögerungsstreifen und suchen zwischen den vielen Lkw eine Lücke, um ihren Pkw abzustellen. Dabei müssen Sie noch auf den einen oder anderen Fußgänger achten, der auf dem Weg zum Toilettenhäuschen ist.
So hatte ich es mit vorgestellt, als ich am vergangenen Sonntag auf dem Weg zu einem außergewöhnlichen Reportagetermin war. Aber außergewöhnlich war dann auch der Anblick, der sich mir auf der Rastanlage Rottkamp an der A30 zwischen Bissendorf und Gesmold bot: Da tummelte sich eine größere Gruppe in hellen Westen, mittendrin doch tatsächlich ein Mann im roten Mantel und mit der Mitra eines Bischofs auf dem Kopf: der heilige Nikolaus.
Mitglieder der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung aus Belm hatten sich zu einer Aktion verabredet, die so ähnlich auch an anderen Rastplätzen im Norden stattfinden sollte. „Nikolaus im Fahrerhaus“ – das ist Einsatz für die Rechte der Lkw-Fahrer, die oft unter prekären Bedingungen arbeiten müssen. Ohne deren Tun wir aber keine Lebensmittel hätten oder andere Waren. Das Dankeschön, ausgesprochen vom Nikolaus, hat viele Fahrer gerührt. Manchem kamen die Tränen.
Und das hat dann wiederum mich bewegt. Zu hören, dass die vor allem aus Osteuropa stammenden Fahrer drei Monate am Stück arbeiten, um dann einen Monat zu Hause zu sein – da leidet natürlich das Familienleben. Und das dann auch noch bei schmalem Gehalt. Gut, dass sich mit der KAB eine kirchliche Organisation dafür einsetzt, auf solche Zustände hinzuweisen und Änderungen zu erwirken. Jetzt ist die Politik gefragt.