Ehrenamtliche kümmern sich in Meppen um Bedürftige
Wärme für Weihnachten
Foto: Petra Diek-Münchow
Sie arbeiten gern in der Wärmestube Meppen mit: Margret Menke (v.l.), Lea Robben, Konrad Schepers und Maria Röttger
Fast alle Stühle sind an diesem Morgen in der Meppener Wärmestube besetzt. Einige Gäste sitzen vor dem Frühstück, Spiegeleier auf Brot, andere trinken die zweite Tasse Kaffee. „Heute ist echt was los“, sagt Sozialarbeiterin Lea Robben und schätzt die Zahl der Besucher auf weit über 60. Das mag an der Jahreszeit liegen, bei denen mancher Körper und Seele aufwärmen möchte. Aber der Andrang könnte noch einen weiteren Grund haben – die Anmeldung für die Weihnachtsfeier am 23. Dezember. „Die ist immer so gut besucht, dass wir Karten ausgeben. Kostenlos natürlich“, sagt Maria Röttger.
Die Meppenerin gehört zu den etwa 20 Ehrenamtlichen, auf deren Engagement die Arbeit der Wärmestube fußt. Schon seit drei Jahrzehnten gibt es die von der Kirchengemeinde gegründete Einrichtung in der Innenstadt. „Als Begegnungsstätte für Menschen, die Hilfe brauchen, die einsam sind, die reden möchten“, bringt Röttger die Intention auf den Punkt. Anfangs gab es Kaffee, Tee, Kuchen und Kekse für die Gäste, bald auch Frühstück und ein warmes Mittagessen.
„Hier kann sich jeder an den Tisch setzen“
Niemand muss dafür Nachweise oder Geld auf den Tisch legen. „Hier kann jeder kommen und sich an den Tisch setzen“, sagt Konrad Schepers, ebenfalls einer der Freiwilligen. Bis zu 50 Männer, Frauen und auch Familien mit kleinen Kindern nutzen dieses Angebot regelmäßig. Wohnungslose Menschen zählen dazu, Geflüchtete, Jüngere und Ältere in sozialen Notlagen. Und viele bleiben meist den ganzen Vormittag, weil sie hier auch reden können, Freunde treffen, Rat bekommen. „Für viele ist das wie Familie“, sagt Maria Röttger.
Wie die meisten Ehrenamtlichen gehört sie seit vielen Jahren zum Team der Wärmestube. Nach der Pensionierung wollte Maria Röttger „nicht einfach nur zu Hause sitzen“, sondern sich für andere Menschen einsetzen. „Ich merke, dass ich hier gebraucht werde, und es macht mir große Freude.“ Sie erzählt von dem Lächeln der Gäste, von guten Gesprächen, vom Zusammenhalt in der Helfergruppe: „Wir kümmern uns umeinander und sind füreinander da.“
Mehrfach nickt Konrad Schepers bei ihren Worten. Der Rentner zählt zu den Fahrern, die Lebensmittel von den Supermärkten abholen, die die Gäste dann mitnehmen dürfen. Nach vier Wochen Probezeit vor Jahren ist er geblieben, weil er zutiefst davon überzeugt ist, „dass man sich engagieren muss. Jeder sollte seinen Beitrag für die Gesellschaft leisten“. Alles andere wäre seiner Ansicht nach egoistisch.
Seit 2022 auch mit Digital-Café
Lea Robben hört diesem Statement zu. Die Sozialarbeiterin gehört zu den Hauptamtlichen der Wohnungslosenhilfe, die in einer Kooperation der emsländischen Caritas mit der Kirchengemeinde das Engagement in der Wärmestube begleiten. Dabei betont sie den Stellenwert der Ehrenamtlichen. „Ohne sie wäre diese Arbeit nicht möglich. Ihr Einsatz macht unser Angebot zu einem Ort der Menschlichkeit und Hoffnung.“ Dazu gehört seit 2022 auch ein Digital-Café. Menschen mit sozialen Problemen können dort Laptops, Internet und Drucker nutzen, um ihre Behördenangelegenheiten zu regeln oder eine Wohnung zu suchen – mit Hilfe des Teams.
Ohne Spenden wäre das alles kaum möglich. Das gilt für Frühstück und auch das Mittagessen: Heute werden Fleischklöße mit Möhren und Kartoffeln serviert. Und das gilt zugleich für die Weihnachtsfeier, die die Ehrenamtlichen für 120 Gäste vorbereiten. Es gibt Schnitzel und Kartoffelsalat, Kuchen und Geschenktüten. Eins der Präsente symbolisiert ganz ohne Worte, wofür die Wärmestube steht: eine Kerze mit ihrem Licht und ihrer Wärme.
In der Wärmestube am Domhof 18 in Meppen gibt es für Wohnungslose, Obdachlose und Menschen in einer sozialen Notlage immer dienstags und donnerstags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr Lebensmittel, Frühstück und Mittagessen. Am Montag und Freitag von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr sowie am Mittwoch von 12.30 Uhr bis 16.30 Uhr bietet in denselben Räumen ein Digital-Café Beratung und Unterstützung für hilfebedürftige Menschen an.
Wer die Arbeit des Teams unterstützen will, kann gern spenden. Wo und wie, dazu gibt es weitergehende Informationen bei der Ambulanten Wohnungslosenhilfe der Caritas, Telefon 0 59 31/98 42 27 oder per E-Mail: wlh.meppen@caritas-os.de