Sachsen-Anhalt gedenkt Ottos des Großen
„Des Kaisers letzte Reise“
Sachsen-Anhalt gedenkt mit einem Festjahr des 1050. Todestages Kaiser Ottos des Großen. Gefeiert wird an vier Orten – dabei wird seine letzte Reise bis zu seinem Tod am 7. Mai 973 möglichst authentisch nachgestellt.
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| Der Magdeburger Reiter, hier die Kopie auf dem Alten Markt, zeigt vermutlich Kaiser Otto den Großen. Foto: imago / Schöning |
Sachsen-Anhalt begeht in diesem Jahr den 1050. Todestag Kaiser Ottos des Großen mit einem umfangreichen Festjahr. Unter dem Titel „Des Kaisers letzte Reise“ lädt das Zentrum für Mittelalter-Ausstellungen in Magdeburg mit verschiedenen Kooperationspartnern zu zahlreichen Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen ein.
Gründer des Erzbistums Magdeburg
Kaiser Otto der Erste, genannt „der Große“, gründete im Jahr 968 das damalige Erzbistum Magdeburg. Er galt mit seinem Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld und über die Slawen als Retter der Christenheit und ließ sich 962 von Papst Johannes XII. zum deutschen Kaiser krönen. Er gilt bis heute als eine der großen Identifikationsfiguren der deutschen Geschichte.
Am 7. Mai jährt sich sein Tod im Jahr 973 zum 1050. Mal. Zu diesem Jubiläum bezieht das Zentrum für Mittelalter-Ausstellungen vier Orte im heutigen Sachsen-Anhalt in das Programm mit ein, die Otto kurz vor seinem Tod besucht hat. So wird in Magdeburg, Merseburg, Quedlinburg und Ottos Sterbeort Memleben der letzten Reise des bedeutenden Kaisers gedacht.
Quedlinburg lädt im März zum Hoftag
972 trat Otto von Italien aus seine Heimreise an. Zum Palmsonntag 973 zog der Herrscher feierlich in den Magdeburger Dom ein. Im Anschluss hielt er rund um Ostern in Quedlinburg einen feierlichen Hoftag ab. Diesen sollen Besucher am 24. März nochmals nacherleben können. Vor historischer Kulisse auf dem Stiftsberg der Welterbestadt ist dann ein buntes Treiben mit Gauklern, Schaustellern und Musik, aber auch mit Vorträgen und exklusiven Besichtigungen geplant. So werde das ottonische Gewölbe nach rund drei Jahren wieder öffentlich zugänglich sein, betont Uta Siebrecht, die Leiterin der städtischen Museen in Quedlinburg.
An Ottos Todestag, dem 7. Mai, wird an mehreren Orten zu Veranstaltungen eingeladen. Im Magdeburger Dom soll ein Festgottesdienst mit dem evangelischen Landesbischof Friedrich Kramer gefeiert werden. Am Sterbeort im Kloster Memleben wird zugleich die Sonderausstellung „Des Kaisers Herz“ eröffnet. Bereits vorab – mit dem Saisonstart am 11. März – erhalten hier Besucher Einblicke in die Vergangenheit der monumentalen Anlage. Bis zum 31. Oktober gibt es dann täglich eine „archäologische Tiefenfahndung“ am Sterbeort Ottos des Großen mit Spezialführungen und Sonderveranstaltungen.
Pilgern oder mit dem Boot fahren
Auch zwei weitere Ausstellungen werden durch das Otto-Gedenkjahr führen. Am 28. April wird im Kulturhistorischen Museum Magdeburg die Ausstellung „Welche Taten werden Bilder? Otto der Große in der Erinnerung späterer Zeiten“ eröffnet. Sie läuft dort bis zum 8. Oktober. Der Merseburger Dom lädt vom 18. Mai bis zum 5. November unter dem Titel „Otto der Große, der Heilige Laurentius und die Gründung des Bistums Merseburg – Spurensuche im Merseburger Kaiserdom“ zu einer Sonderausstellung ein.
Auch die letzte Reise Ottos von seinem Sterbeort zur Bestattung im Magdeburger Dom sollen Besucher nachempfinden können. Alle beteiligten Orte liegen an der „Straße der Romanik“, die in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum feiert. So wird die letzte Reise Ottos unter anderem durch ein Pilgerprojekt in Zusammenarbeit mit der Jakobusgesellschaft nachgestellt, aber auch durch eine Bootsfahrt entlang der Unstrut von Memleben über Merseburg und Halle bis nach Magdeburg und zurück.
Von Oliver Gierens
