Was uns diese Woche bewegt
Ein neues Zuhause bei den Protestanten
„Verändert bleiben”, heißt es derzeit überall im Bistum Osnabrück. Dahinter steckt die Überzeugung: Vieles muss sich verändern, aber Bewährtes muss auch erhalten bleiben. Dafür gibt es das Wort vom Transformationsprozess. Wer im Moment auf der Landkarte des Bistums sieht, was sich in den Gemeinden und Dekanaten alles tut, der könnte zu dem Schluss kommen, dass sich mehr verändert als bleibt. So berichten wir im neuen Kirchenboten auf vier Seiten über drei Gemeinden, die sich gerade von ihrem Gotteshaus getrennt haben oder denen es in naher Zukunft bevorsteht. Und das sind nicht mal alle Gemeinden, die das Thema unmittelbar betrifft. Emotional geht es zu, aber auch hoffnungsvoll.
Niemand wird begeistert sein, wenn der eigenen Kirchenstandort aufgegeben werden muss, weil pastorales Personal, Gläubige und Finanzen für den Unterhalt nicht mehr ausreichen. Trotzdem kann der Prozess in eine gute Zukunft geführt werden. Das zeigt sich am Beispiel Wissingen.
Die Herz-Jesu-Gemeinde im Bissendorfer Ortsteil hat nämlich jetzt eine neue Heimat. Intensive Gespräche mit der evangelisch-lutherischen Nachbargemeinde haben dazu geführt, dass die Katholiken bei den Protestanten untergeschlüpft sind. Nicht als geduldete Gäste, sondern als Partner auf Augenhöhe Das zeigt sich an der Ausstattung. Im evangelischen Gotteshaus gibt es jetzt einen Tabernakel und ein Ewiges Licht, der Kreuzweg wird in diesen Tagen installiert. Die Katholiken zahlen für Kirche und Gemeinderäume eine monatliche Miete, die weit weniger ausmacht als den Unterhalt der alten Kirche. So entsteht Partnerschaft auf Augenhöhe.