Neuer Krankenhausverbund von Lingen, Meppen und Haselünne

Fusion im Emsland geplant

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ein großes Gebäude
Nachweis

Foto: Ludmillenstift

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Im Emsland entsteht ein neuer Krankenhausverbund. Unser Foto zeigt das Ludmillenstift in Meppen.

Das Meppener Ludmillenstift und das Lingener Bonifatius Hospital schließen sich zu einem emsländischen Krankenhausverbund zusammen. Die Häuser entwickeln als "Johannes Gesellschaft Emsland" in den nächsten Monaten eine gemeinsame medizinische Strategie mit einem koordinierten Leistungsspektrum an jedem Standort.

Das Ludmillenstift in Meppen und die St. Bonifatius Hospitalgesellschaft in Lingen haben nach Gesprächen mit dem Land Niedersachsen und dem Landkreis Emsland vereinbart, künftig unter dem Dach der "Johannes Gesellschaft Emsland" eine gemeinsame Medizinstrategie und eine darauf abgestimmte regionale Krankenhausplanung zu entwickeln. Das teilen die beiden kirchlichen Kliniken mit. Ziel ist der Aufbau eines emsländischen Krankenhausverbunds mit einem abgestimmten medizinischen Leistungsspektrum für die jeweiligen Krankenhausstandorte. Im Ludmillenstift mit 420 Betten arbeiten etwa 1800 Menschen in Voll- und Teilzeit, in St. Bonifatius mit jetzt 401 Betten sind es etwa 2000 Männer und Frauen. Das St. Vinzenz Hospital in Haselünne war bereits im Frühjahr aus dem Niels-Stensen-Verbund herausgelöst und in die Trägerschaft der  "Johannes Gesellschaft Emsland" überführt worden.

ein Krankenhaus
Das St. Bonifatius Hospital in Lingen. Foto: Bonifatius Hospital

Eine abgestimmte regionale Krankenhausversorgung ist nach Aussage der Kliniken im Hinblick auf die anstehende Krankenhausreform, um die Leistungsfähigkeit zu stärken und die jeweiligen Ressourcen effektiver einsetzen zu können, im Emsland "sinnvoll und notwendig". Die stationäre Versorgung der Bevölkerung könne nur durch zeitgemäße Strukturen entwickelt und langfristig gesichert werden. „Wir möchten mit der Expertise vor Ort und der Unterstützung des Landes sowie des Landkreises die strategische Neuausrichtung der Krankenhäuser im Emsland aktiv selbst gestalten“, so die Geschäftsführer der Johannes Gesellschaft Emsland, Stefan Fischer (Meppen) und Ansgar Veer (Lingen). Konkret zielen nach ihren Worten die gesetzlichen Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene sowie die Krankenhausfinanzierung auf eine stärkere Spezialisierung der Kliniken ab - bei gleichzeitiger Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung unter den Bedingungen von Fachkräftemangel und der demografischen Entwicklung. Genau das habe die "Johannes Gesellschaft Emsland" im Blick.

Jetzt sollen das Krankenhaus Ludmillenstift Meppen und das Bonifatius Hospital Lingen mit ihren angeschlossenen Einrichtungen wie Pflegeschulen und Medizinischen Versorgungszentren unter der Trägerschaft der "Johannes Gesellschaft Emsland" zusammengeführt werden. „Dabei sind im Ludmillenstift große Anstrengungen erforderlich, damit es zukünftig wieder wirtschaftlich geführt werden kann“, sagt Stefan Fischer. „Wir wollen in der Johannes Gesellschaft Emsland gemeinsam durch Synergien wirtschaftliche Effekte erzielen und insbesondere die Qualität der Versorgung weiter verbessern.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen wurden über diesen geplanten Schritt informiert.

Nicht mehr jedes Angebot an jedem Standort

In den nächsten Monaten werden Gespräche mit den Verantwortlichen in den beiden Krankenhäusern geführt und Projekte initiiert. „Das wird kein einfacher Weg sein, zumal es viel Umdenken in den Unternehmen erfordern wird“, so Ansgar Veer. Durch die Gesundheitsreform würden die planerischen und finanziellen Rahmenbedingungen so verändert, "dass nicht mehr alle medizinischen Behandlungen an jedem Krankenhausstandort vorgehalten werden können". Vielmehr werde es zu Leistungskonzentrationen als Folge der Reform kommen müssen. Die Details dazu stehen noch nicht fest.

Die Johannes Gesellschaft möchte laut Fischer und Veer den Menschen im Emsland "in Zukunft eine hochmoderne Gesundheitsversorgung anbieten". Dazu soll ein breit gefächertes, abgestuftes Versorgungsangebot der Grund- und Regelversorgung bis zur Maximalversorgung mit sinnvoller Ergänzung durch neue Versorgungsformen aufgebaut werden. Die  "Johannes Gesellschaft Emsland" werde dabei ein "attraktiver Arbeitgeber mit guten Arbeitsbedingungen in einem spannenden Arbeitsumfeld sein".

(kb)

Johannes Buß, Direktor des Caritasverbands für die Diözese Osnabrück und Mitglied im Vorstand der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft, begrüßt die Weiterentwicklung der Johannes Gesellschaft Emsland.  Das Krankenhaus Ludmillenstift Meppen und das St. Bonifatius Hospital Lingen sind beide Mitglieder des Caritasverbands für die Diözese Osnabrück. "Diese enge Form der Zusammenarbeit ist ein entscheidender Schritt, um die qualitativ hochwertige und wohnortnahe Gesundheitsversorgung im Emsland nachhaltig zu sichern. Die Gesundheitsreform stellt Krankenhäuser vor große Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigender Kostendruck und zunehmende Qualitätsanforderungen verlangen nach innovativen und tragfähigen Lösungen. Durch die regionale Kooperation können diese Aufgaben künftig gemeinsam bewältigt und Synergien sinnvoll genutzt werden. Wir sind überzeugt: Die Weiterentwicklung der Johannes Gesellschaft Emsland ist ein starkes Signal für die Zukunft der Gesundheitsversorgung in der Region.“