Neues Gremium im Bistum Osnabrück
Hier können alle mitreden
Foto: Bistum Osnabrück/Thomas Osterfeld
Neu strukturiert: Der Osnabrücker Diözesanpastoralrat folgt auf den bisherigen Gemeinsamen Rat und unterstützt den Bischof in dessen Leitungsarbeit.
Warum gibt es neben dem Katholikenrat und dem Priesterrat jetzt einen Diözesanpastoralrat?
Der Diözesanpastoralrat ist in der Nachfolge des Gemeinsamen Rates, den es früher gab, zwar ein neues Gremium für die Diözese. Er ist aber im Kirchenrecht bereits verankert und es gibt ihn schon in vielen anderen Bistümern. Das Gremium ist breit aufgestellt, auch mit Mitgliedern aus den anderen diözesanen Räten. Damit ist eine Vielzahl von Meinungen vertreten – eine gute Voraussetzung und wertvolle Unterstützung, um mich als Bischof bei grundlegenden pastoralen Entscheidungen im Bistum zu beraten und Entscheidungen mit mir zu treffen. Der Diözesanpastoralrat ist somit ein wichtiges Instrument für eine synodale Kirche, das auch Anregungen der Weltsynode mit aufnimmt.
Wer leitet das Gremium?
Die stimmberechtigten Mitglieder wählen aus ihrer Mitte einen Vorstand mit einem Vorsitzenden und zwei Stellvertretern. Das wird voraussichtlich Mitte November geschehen. Diese bestimmen dann im Einvernehmen mit mir als Bischof unter anderem die Tagesordnung.
Welche Aufgabe hat der Diözesanpastoralrat?
Der Diözesanpastoralrat soll grundlegend über pastorale Fragen im Bistum Osnabrück beraten und im Kontext der weiteren Beratungsgremien unseres Bistums auch entscheiden. Es geht dabei um Fragen inhaltlicher und struktureller Art. Er soll Anregungen geben für pastorale Schwerpunkte, die dann Auswirkungen zum Beispiel auf den Haushalt des Bistums haben – also die Frage, wie verwenden wir die geringer werdenden Ressourcen, um gut in die Zukunft gehen zu können. Die Mitglieder beraten ferner über gesellschaftliche Entwicklungen und was diese für das Bistum bedeuten.
Wer gehört dazu?
Die stimmberechtigten Mitglieder des Diözesanpastoralrates kommen aus den Dekanaten – aus jedem ist ein Vertreter, eine Vertreterin dabei. Weiter stammen sie aus den Gremien, wie dem Katholikenrat, dem Priesterrat und dem Kirchensteuerrat und den verschiedenen Berufsgruppen. Außerdem benennen die Orden im Bistum eine Vertretung. Ebenfalls kommt jemand aus dem Bereich der Verbände, und ein Mitglied wird von den Gläubigen aus den Gemeinden anderer Muttersprachen und Riten entsandt. Auch die Monitoring-Gruppe im Schutzprozess gegen sexualisierte Gewalt und geistlichen Missbrauch ist vertreten. Als Bischof habe ich drei Jugendliche, die nicht älter als 25 Jahre sind, zu Mitgliedern bestimmt. Darüber hinaus gibt es auch beratende Mitglieder wie den Generalvikar, die Bischofsvikare und verschiedene Abteilungsleitende im Bischöflichen Generalvikariat.
Wer hat die Mitglieder für das Gremium ausgewählt?
Die zehn Vertreterinnen und Vertreter der Dekanate wurden vom Katholikenrat vorgeschlagen, die anderen jeweils aus den einzelnen Gremien und Verbänden, für die sie im Rat sind.
Für welchen Zeitraum gilt die Amtszeit?
Die stimmberechtigten Mitglieder werden für eine Amtszeit von vier Jahren berufen. Bei den nicht stimmberechtigten Mitgliedern hängt die Mitgliedschaft an ihrer jeweiligen Funktion im Bistum Osnabrück. Im Falle einer Sedisvakanz (wenn es keinen Diözesanbischof gibt, Anm. der Redaktion) hört der Diözesanpastoralrat auf zu bestehen.
Wie ist das neue Gremium in die bestehende Leitungsstruktur des Bistums eingegliedert?
Als Bischof habe ich mich im Statut dazu verpflichtet, dem Diözesanpastoralrat einmal im Jahr einen Bericht zu Stand und Entwicklungen des Bistums und der überdiözesanen Arbeit zu geben. Darüber hinaus kann der Rat um Berichte zu bestimmten Themen im Bistum bitten. Er kann auch Beschlüsse fassen, denen ich als Bischof zustimmen muss. Insgesamt ist der Diözesanpastoralrat ein weiteres Gremium der Partizipation neben den bestehenden Gremien wie zum Beispiel dem Domkapitel als Konsultorenkollegium, dem Priester-/Dechantenrat oder dem Katholikenrat.
Was erwarten Sie sich vom Diözesanpastoralrat?
In meiner ersten Predigt als Bischof von Osnabrück habe ich gesagt, dass ich gemeinsam mit möglichst vielen Beteiligten an der Zukunft des Bistums Osnabrück bauen möchte. Darüber hinaus soll unsere Kirche synodaler werden, was heißt, wir sind gemeinsam auf dem Weg. Der Diözesanpastoralrat ist ein Ausdruck für dieses Bestreben, dass eben nicht nur der Bischof allein entscheidet, sondern grundlegende Entscheidungen eine breite Basis haben. Deshalb erwarte ich von dem neuen Gremium die Bereitschaft, zuzuhören, mitzureden und dann Beschlüsse oder Empfehlungen zu treffen, die das Bistum Osnabrück in eine gute Zukunft führen.
Sie gehören zum Diözesanpastoralrat:
Bischof Dominicus Meier, Hermann Steinkamp, Geschäftsführung. Neun beratende Mitglieder: Generalvikar Weihbischof Johannes Wübbe (auch in der Funktion als Vorsitzender des Domkapitels), Domkapitular Martin Schomaker, Bischofsvikar für Liturgie; Domkapitular Ulrich Beckwermert, Bischofsvikar für gesellschaftliche und kulturelle Fragen; Yvonne von Wulfen, Leiterin des Bischöflichen Personalreferates; Martina Kreidler-Kos, Leiterin des Seelsorgeamtes; Astrid Kreil-Sauer, Diözesanökonomin und Finanzdirektorin; Thomas Weßler, Vorstandsvorsitzender der Schulstiftung; Johannes Buß, Caritasdirektor; Kai Mennigmann, Leiter der Stabsabteilung Kommunikation
22 stimmberechtigte Mitglieder: Aus den Dekanaten je eine Person: Michaela Lattreuter-Koch, Bremen; Kerstin Lindemann, Emsland-Nord; Tim Achteresch, Emsland-Mitte; Jörg Schmedding, Emsland-Süd; Petra Krull, Grafschaft Bentheim; Andreas Albers, Osnabrück-Nord; Dorothea Horstmann-Meyer, Osnabrück-Stadt; Maria Konermann-Frie, Osnabrück-Süd; Wilhelm Loth, Ostfriesland; Johannes Meyer, Twistringen
Norbert Frische, Vorstand Katholikenrat; Domkapitular Michael Wehrmeyer, Priesterrat und Dechant Osnabrück Süd; Bernhard Jarvers, stellv. Diözesansprecher der Diakone; Marion Gerdes, Runder Tisch der Berufsgruppen, Diözesansprecherin der Pastoralreferentinnen und -referenten; Schwester Engratia Brinkmann, Ordensgemeinschaften; Ingo Frommeyer, Monitoringgruppe; Norbert Kalker, Kirchensteuerrat; Adrian Fitzon, Gemeinschaften anderer Muttersprachen; Felix Weghorst, AG der Verbände
Drei vom Bischof berufene Mitglieder, davon zwei nicht älter als 25 Jahre: Marie Börger, David Siemer, Franziska Wenzel