Besuch aus Japan für Thuiner Schule

Lebendiges Zeichen weltweiter Gemeinschaft

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eine gruppe von schülerinnen
Nachweis

Fotos: BBS Thuine/Elisabeth Tondera

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Dieser Besuch in Thuine hat Brücken zwischen dem Emsland und Japan gebaut.

Besondere Gäste durften jetzt die katholischen Berufsbildenden Schulen (BBS) Thuine begrüßen. 19 Schülerinnen der Fuji-Schule aus Sapporo in Japan besuchten mit zwei Lehrkräften und der Generalvikarin der Thuiner Franziskanerinnen, Schwester Maria Maximilia, die Einrichtung im Emsland.

Was auf den ersten Blick wie ein gewöhnlicher Schüleraustausch erscheint, hat eine tiefere Verbindung: Beide Schulen stehen unter der Trägerschaft der Thuiner Franziskanerinnen, die auch in Japan wirken. So wurde aus der Begegnung weit mehr als ein kurzer Besuch – sie wurde zu einem lebendigen Zeichen weltkirchlicher Gemeinschaft.

Die Fuji-Schule, gegründet im Jahr 1925, ist eine weiterführende Schule für Mädchen und junge Frauen mit angeschlossener Universität. Trotz der großen geografischen Entfernung verbindet beide Einrichtungen in Sapporo und Thuine ein gemeinsames Bildungs- und Werteverständnis.

Bewegende Momente

Der Besuch war zeitlich knapp bemessen: Nur ein Vormittag stand zur Verfügung, um einander kennenzulernen und Berührungsängste abzubauen. Für viele war es ungewohnt, sich auf Englisch zu verständigen. Umso bewegender war ein besonderer Moment zu Beginn: Der BBS-Schüler Ayman Almasri begrüßte die Gäste auf Japanisch – eine Geste, die große Begeisterung auslöste und sofort Brücken schlug.

Eine Gruppe in der Küche
In der Küche bereiteten deutsche und japanische Schülerinnen das Mittagessen zu. 

Mit viel Engagement hatte das Organisationsteam der BBS ein durchdachtes Programm vorbereitet. „Wir wollten unseren Gästen Sicherheit geben und ihnen das Ankommen erleichtern“, berichtet Lena Belting. Deshalb wurde ein Mentorenprogramm ins Leben gerufen: 19 Schülerinnen der BBS begleiteten jeweils eine japanische Schülerin persönlich durch den Vormittag. Bereits im Vorfeld hatten beide Seiten Steckbriefe ausgetauscht, um erste Eindrücke voneinander zu gewinnen.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand das gegenseitige Kennenlernen. In Präsentationen stellten die Schülerinnen ihre Schulen und ihren Alltag vor. Besonders spannend waren die Einblicke der japanischen Gäste in ihre Kultur: Sie berichteten von Schuluniformen, traditionellen Kimonos, der Teezeremonie sowie von Freizeitaktivitäten und typischen Speisen.

Persönliche Kontakte schaffen Erinnerungen

Beim Rundgang durch die Schule konnten erste persönliche Kontakte vertieft werden. In verschiedenen Workshops erhielten die Gäste Einblicke in die Fachbereiche der BBS. Im sozialpädagogischen Bereich wurden kreative Lernangebote gestaltet: Freundschaftsbändchen, Tragetaschen und Buttons entstanden als kleine Erinnerungsstücke.

eine Gruppe mit japanischer Flagge
Begleiteten die japanischen Gäste (1. Reihe von links): Neil McGinty, Takako Yamashiro und Generalvikarin Schwester Maria Maximilia Um. (2. Reihe von links): Lena Belting vom Organisationsteam der BBS Thuine und Schulleiterin Nadine Mosler. 

Im Bereich Pflege und Heilerziehungspflege standen praktische Erfahrungen im Vordergrund. Die Schülerinnen zeigten, wie man einen Rollstuhl sicher führt, maßen gemeinsam Blutdruck und übten das Rasieren – anschaulich demonstriert an einem Luftballon, der bei Fehlern platzte. Diese Übungen vermittelten nicht nur Fachwissen, sondern förderten auch Empathie für Menschen mit Unterstützungsbedarf.

In der Hauswirtschaft wurde gemeinsam gekocht: Japanische und deutsche Schülerinnen bereiteten Blätterteigrollen für das anschließende Mittagessen zu. Den Abschluss des Besuchs bildeten eine gemeinsame Meditation und das Essen in gemeinschaftlicher Runde.

Brücken zwischen den Kulturen

Schulleiterin Nadine Mosler betonte, wie gut dieser Besuch in das Schulprofil passt: „Wir nehmen am Erasmus-Plus-Programm teil und sind solchen internationalen Begegnungen sehr offen gegenüber.“ Die BBS Thuine pflegt bereits vielfältige Kontakte zu Schulen und sozialpädagogischen Einrichtungen in Polen, den Niederlanden und Spanien, und auch Praktika im Ausland sind Teil des Programms.

So wurde aus einem kurzen Besuch ein bereicherndes Erlebnis, das Brücken zwischen Kulturen baute und den Geist der Verbundenheit lebendig werden ließ – ganz im Sinne der franziskanischen Werte, die beide Schulen miteinander teilen.

Elisabeth Tondera