Strukturreform
Schwerin ist Vorreiter bei Sendung und Sammlung
Foto: Erzbistum Hamburg
So verteilen sich die Regionen mit den fünf Basisstationen.
„Für mich ist die Ampel heute auf grün gestellt“, mit diesen Worten hatte Erzbischof Stefan Heße beim Bistumstag im Mai 2025 den Richtungswechsel vorgegeben. Unter dem Leitwort „Sesam“ (Sendung und Sammlung) wird ein System aufgebaut, das bei schwindendem Personal und weniger Mitteln die Seelsorge im Erzbistum sichern soll. Fünf „Basisstationen“, besetzt mit multiprofessionellen Teams, sollen jene Pfarreien unterstützen, die selbst nicht mehr in allen Gemeinden die pastoralen Grunddienste leisten können. Als Standorte benannte der Erzbischof Kiel, Schwerin, Lübeck, Rostock und Hamburg. Zwei Hauptamtliche sollen jeweils die Leitung übernehmen.
Viele Ehren- und Hauptamtliche haben seither Fragen an die Bistumsleitung und die Beteiligten von Sesam gestellt und Nachschärfungen am Konzept ermöglicht. Unsicherheiten gab es auch in den Regionen rund um die Basistationen Kiel und Schwerin. Die Region Schwerin wird im Januar 2027 den Anfang machen. Dort sollen die neuen Konzepte erstmals angewendet werden. Für die Leitungsteams der Regionen Kiel und Schwerin gab es im Februar ein Bewerbungsverfahren, das für Kiel jedoch nicht abgeschlossen werden konnte. Die Bildung einer passenden Teamkonstellation brauche dort mehr Zeit, heißt es aus der Bistumsleitung. Die zu besetzenden Stellen werden erneut ausgeschrieben, sowohl intern als auch extern. Als neuer Starttermin für Kiel wird der Sommer 2027 angestrebt, ein halbes Jahr später als zuletzt kommuniziert. Für die Region Schwerin steht schon eine stimmige Konstellation fest: Pfarrer Heiko Kiehn, der zum jetzigen Zeitpunkt in Elmshorn eingesetzt ist, und Pastoralreferent Matthias Bender werden das Leitungsteam bilden.
Heße sieht „gelungenen Start für die Region Nord“
Die Teams der Regionen durchliefen mehrteilige Qualifizierungsprogramme. Mitarbeiter der Region Kiel kamen jüngst in Rendsburg zusammen, um sich auf eine gemeinsame Arbeitsweise zu verständigen. Mit Erfolg, wie Erzbischof Heße befand. Die Woche sei „von einer besonderen Dynamik geprägt“ gewesen. Viele Beschäftigte hätten sich neu kennengelernt, es habe „einen ehrlichen Austausch“ gegeben. Heße sprach von einem „gelungenen Start für die Region Nord“. Zumal auch Vorbehalte und Fragen geklärt wurden. Gemeindereferentin Stefanie Nischik etwa war mit Skepsis nach Rendsburg aufgebrochen. Sie habe dort aber verstanden: „Ein ‚wir machen so weiter wie immer‘ kann es nicht geben.“ Sie sei bereit, sich „auf das Abenteuer Sesam“ einzulassen.