Aktion am Josefstag
Demokratie will gepflegt werden

Foto: privat
Mehrere Betriebe der Arbeitsgemeinschaft der Arbeits- und Qualifizierungsprojekte stellten sich beim Josefstag vor.
„Demokratie ist eine zarte Pflanze. Wir können sie nur erhalten, wenn wir sie gewissenhaft pflegen. Wer sie als selbstverständlich erachtet, wird sie eines Tages eingehen sehen.“ Mit diesen Worten betonte der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Arbeits- und Qualifizierungsprojekte im Bistum Osnabrück (AGAL), Hans-Hermann Hunfeld, anlässlich des Josefstags die Bedeutung demokratischer Mitbestimmung. Der Aktionstag stand unter dem Motto „Mitbestimmen statt zuschauen: Demokratie in die Hand nehmen“ und wurde von den Trägern der AGAL gemeinsam mit ihren Auszubildenden und Bischof Dominicus gestaltet.
Während der Veranstaltung präsentierten die Auszubildenden der Hauswirtschaft Reholand in Lingen unter der Leitung von Julia Limbers die Ergebnisse eines Workshops, in dem sie anhand einer Kompromisslösung zur Gestaltung eines Traumhauses demokratische Entscheidungsprozesse in ihrer Lebenswelt veranschaulichten.
Julia und Finn, Teilnehmer aus dem Bereich Berufsvorbereitung am Bildungszentrum A&W, setzten sich mit dem Thema „Wahlrecht und kritisches Denken“ auseinander und stellten als Ergebnis ihr selbst erarbeitetes Wunsch-Wahlprogramm vor.
Ein weiteres Beispiel für die Vielschichtigkeit demokratischer Strukturen bot der Ökohof Papenburg, der mit mitgebrachtem Gemüse und Eiern die Komplexität demokratischer Entscheidungsprozesse veranschaulichte und zugleich die Arbeitsweise seines Betriebsrats vorstellte.
Unterstützung von Familien und Obdachlosen
Die Katholische Familien-Bildungsstätte Osnabrück stellte ihren Qualifizierungsbetrieb vor, in dem aktuell langzeitarbeitslosen Menschen dabei helfen, dass Mahlzeiten an benachteiligte Familien und Obdachlose an verschiedenen Standorten in Osnabrück ausgegeben werden können. Ähnlich engagiert zeigte sich die Möwe Osnabrück, die Menschen unterschiedlicher Herkunft in ihre betrieblichen Strukturen integriert und so zur interkulturellen Verständigung beiträgt. Im Christophorus-Werk Lingen wurden in den Bereichen der Beruflichen Bildung und Arbeit sowie der Kinder- und Jugendhilfe unterschiedliche Projekte zum Thema Demokratie durchgeführt.
Auch der Caritasverband Osnabrück, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Jugendmigrationsdienst des Kolping-Bildungswerks waren mit ihren Projekten vertreten. Sie engagieren sich in Schulen und Gruppenleiterkursen für interkulturelle Bildung und gesellschaftliche Teilhabe.
"Diese Projekte sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie christliche Werte durch konkretes Handeln in unserer Gesellschaft spürbar werden."
Bischof Dominicus zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Initiativen des Aktionstags: „Diese Projekte sind ein leuchtendes Beispiel dafür, wie christliche Werte durch konkretes Handeln in unserer Gesellschaft spürbar werden“, sagte er.
In diesem Zusammenhang würdigte er besonders das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AGAL, die sich täglich dafür einsetzen, Menschen neue Perspektiven zu eröffnen, sie zu qualifizieren und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. „Es ist bewundernswert, wie diese Initiativen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Lebensweg annehmen und ihnen neue Chancen eröffnen“, so der Bischof.