Neue Sommerserie des Kirchenboten - Teil 6
Mit einem guten Buch im Strandkorb
Foto: privat
Auszeit im Strandkorb: Julia Kampsen liest dabei gern ein gutes Buch.
Seit zweieinhalb Jahren arbeitet die 33-Jährige für die Urlauberseelsorge im Bistum Osnabrück. Aber ans Wasser hat es die gebürtige Hollagerin schon immer gezogen. In früheren Büros stand neben einem Mini-Leuchtturm gerne eine Postkarte auf ihrem Schreibtisch: „Tausche Bürostuhl gegen Strandkorb“. Jetzt in Norddeich hat sie es nach Feierabend vom Büro aus nicht mehr weit bis zum nächsten Strandkorb. Und die Tourismuspastoral führt sie im Sommer sogar direkt dorthin, denn regelmäßig bietet Kampsen mit ihren Kolleginnen Gespräche und Aktionen im ökumenischen „Kirchenstandkorb“ an.
Was sie daran so schätzt, ist zum einen natürlich der Blick aufs Meer und in den Himmel, die frische Luft am Wasser und die damit verbundene Erholung. „Man macht da in der Regel nicht seine Steuererklärung oder so was drin“, sagt sie mit einem Lächeln. Aber mehr noch geht es für sie darum, sich für ein Stündchen oder einen Nachmittag mal herauszunehmen aus einem sonst oft durchgetakteten Alltag.
Dabei denkt sie nicht unbedingt an einen bestimmten Strandkorb an einem bestimmten Ort. Sie mag diese Sitzmöbel mit Fußkasten, Markise und Klapptischchen ganz grundsätzlich. Sobald in einem Café draußen einer steht, steuert sie den automatisch an. Und auch bei ihren Eltern im Garten ist das ihr Lieblingsplatz. „Es ist einfach ein anderes Gefühl“, findet sie. „Man kann sich zurücklehnen, ist ein bisschen geborgen, ist für sich, ist raus aus allem.“ Und das nicht nur bei bestem Wetter. Wenn sie sich mit einer Decke so richtig hinein mummelt, sitzt Julia Kampsen auch noch im Herbst und Winter im Strandkorb. „Man ist ja geschützt, auch gegen Regen und Wind. Da bleibt man ziemlich trocken.“
Aber nur sitzen und schauen, das ist der Theologin dann doch manchmal zu wenig. Am liebsten vertieft sie sich im Strandkorb in ein Buch. In spannende Krimis oder inhaltlich interessante Romane. Wie kürzlich die vierteilige Reihe „Klima-Quartett“, die sich mit den Konsequenzen des Klimawandels auf verschiedene Menschen und Epochen beschäftigt. Diese Momente der Ruhe sind ihr wichtig, „aber ich schaffe es zu selten“, räumt sie ehrlich ein. „Mir helfen dann bewusste Orte dafür“. Wie ein Strandkorb, egal wo der steht.
Sommerserie 2025
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TEIL 5: Hier spürt er Wurzeln und Heimat: Felix Weghorst ist Osnabrücker durch und durch. Besonders spürt er diese Lokalverbundenheit auf dem Marktplatz, wo er gerne Feste feiert oder einfach die Atmosphäre genießt. lesen
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Die Urlauberseelsorge bietet in den nächsten Wochen viele Aktionen und Veranstaltungen an. Zum Beispiel in Norddeich:
- Strandgottesdienste am Sandstrand in Norddeich am 10. und 24. August
- (Bibel-)Geschichten, Lieder oder Bastelideen gibt es bei der Kinderkirche am ökumenischen Kirchen-Strandkorb am Sandstrand: am 12. ,19. und 26. August jeweils um 15 Uhr
- „So weit der Himmel reicht“ heißt eine Ausstellung, die ab jetzt in der evangelischen Kirche „Arche“ an der Nordlandstraße 8 a in Norddeich zu sehen ist. Die abstrakten Bilder der Künstlerin Claudia Leonor Wührl sind aus kostbaren Naturmaterialien wie Lapislazuli oder Blattgold in der Tradition sakraler mittelalterlicher Malerei gestaltet.
- „Watt für die Seele, barfuß beten“ nennt sich ein Angebot am 8. August und 22. August am Sandstrand, Start ist um 18 Uhr
- Um 20 Uhr beginnt am Kirchen-Strandkorb der „Sundowner“ am 18. August. Mit Liedern und Texten gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam in den Abend und die Nacht.
Weitere Infos unter: https://www.bistum-osnabrueck.de/seelsorge-am-meer