Schulseelsorge im Bistum Osnabrück

Snacks in der Pause

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Seelsorge Schule
Nachweis

Foto: Astrid Fleute

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Im „Raum der Stille“ reichen die Gespräche von Gott bis zu den Kickern des VfL Osnabrück.

Schulseelsorge erlebt Maik Stenzel als große Chance. Er begleitet die Jugendlichen in ihrer Lebenswelt, gibt Impulse, hört zu, tauscht sich aus. Manchmal reichen dafür zehn Minuten.

Die kleinen Holzblüten machen schnell die Runde. Maik Stenzel hat ausreichend mitgebracht. Heute ist „Tag der Vergebung“. Daran sollen die Blüten erinnern, erklärt der Schulseelsorger: „Wenn ihr jemanden um Verzeihung bittet, könnt ihr Blumen überreichen. Es ist wertvoll, wenn man es tut.“

Im „Raum der Stille“ im Dachgeschoss der Osnabrücker Ursulaschule hat sich eine kleine Runde von Schülern und Lehrern versammelt. „Maiks Pausensnack“ heißt das wöchentliche Angebot. Mit einem kurzen Impuls lädt Maik Stenzel Schüler und Lehrer ein, zur Ruhe zu kommen, sich auszutauschen, einen Moment aufzutanken. Immer dienstags in der ersten großen Pause.

Knackige zehn Minuten hat der Schulseelsorger für seinen Pausensnack zur Verfügung. Danach ruft der Gong wieder zum Unterricht. Zwischen acht und zwölf Schüler kommen fast immer dienstags mit ihren Brotdosen und neugierigen Blicken die Treppe zum „Raum der Stille“ hinauf. Es sei „interessant und schön, hier zuzuhören, die Impulse regen zum Nachdenken an“, erzählen sie. Die kleinen Mitbringsel sind beliebt. Neben den Blüten gab es auch schon Murmeln, die sie daran erinnern, dass Gott sie begleitet. Oder ein Samenpapier mit der Frage: „Was will ich säen – und was soll am Ende des Schuljahres gewachsen sein?“

Kirche wird hier positiv wahrgenommen.

Seit drei Jahren ist Maik Stenzel Schulseelsorger an der Ursulaschule und an der gegenüberliegenden Domschule. In vertrauter Runde sitzt er wöchentlich zwischen Schülern und Lehrern, ist einfach da. Sein Angebot habe sich „total gut etabliert“, betonen auch Lehrer, die regelmäßig vorbeischauen – so wie Religionslehrerin Ulrike Siemer. Sie betont: „Mit dem, was er sagt, erreicht er die Schüler viel besser als in jeder Predigt. Er spricht ihre Sprache.“ Und so kommt es vor, dass Schüler ihn nach dem Snack um einen Segen für eine anstehende Klassenarbeit bitten oder sich sogar von ihm firmen oder taufen lassen. Alle sind sich einig: „Kirche wird hier positiv wahrgenommen.“

Schulseelsorge macht Maik Stenzel Spaß. Er erlebt sie als eine große Chance der Kirche. „Es ist ein Feld, wo wir richtig coole Arbeit leisten können“, sagt der Priester und bedauert, nicht noch mehr Zeit an den Schulen zu haben. Er ist überzeugt: „Schule ist heute ein wichtiger Ort für Seelsorge, da sie viel mehr als früher die Lebenswelt der Jugendlichen ist.“

Schulseelsorger
Immer dienstags zeigt der Aufsteller: Maik Stenzel ist da, der Pausensnack startet. Foto: Astrid Fleute

Neben dem Pausensnack begleitet er Schulgottesdienste und bietet einen „Hawking-Kreis“ an. Der Name bezieht sich auf den Physiker Stephen Hawking. Die Teilnehmer, unter denen immer auch ein Physiklehrer ist, sprechen über große Fragen wie: Was ist Zeit? Gibt es Gott? Maik Stenzel erzählt: „Das ist total spannend, es wird oft hart diskutiert.“ Mit dabei seien auch Schüler, die von sich behaupten, nicht an Gott zu glauben. „Sie kommen trotzdem, stellen sich diesen Lebensfragen, wollen verstehen, was Menschen glauben. Das ist doch großartig!“

Und er kann sich noch viele weitere Projekte vorstellen. „Ein Firmkurs oder eine Art Sprechstunde wären toll“, sagt er. Oder kleine Gruppen, mit denen man über kontroverse Themen diskutiert. Sein großer Traum: selbst zu unterrichten. Um noch mehr Kontakt zu den Schülern zu haben.

Maik Stenzel will sich nicht anbiedern oder abgrenzen. Seine Angebote sind keine Parallelwelt. Das zeigt sich auch heute im „Raum der Stille“. Mit der lilafarbenen Holzblüte geht das Gespräch am Ende über zum VfL Osnabrück, dessen Vereinsfarbe lila ist. Der Schulseelsorger, selbst großer Fan, ist auch hier begeistert mittendrin – authentisch, sympathisch und auf Augenhöhe.

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Astrid Fleute