Nach Trump-Attacke: Reaktionen von Katholiken auf der ganzen Welt

US-Regierung: Leo XIV. soll sich bei Iran-Krieg nicht einmischen

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Vatikangebäude mit blauem Himmel
Nachweis

Deutsche Bischofskonferenz/Maximilian von Lachner

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Angriffe von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. haben unter Katholiken auf der ganzen Welt eine Welle der Solidarität mit dem Kirchenoberhaupt ausgelöst. 

Die Spannungen zwischen der US-Regierung und dem Vatikan gehen weiter. US-Vizepräsident JD Vance verteidigte die verbalen Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo XIV. wegen dessen Kritik am Iran-Krieg. Trump selbst lehnte eine Entschuldigung beim Papst ab. Aus der katholischen Kirche kommen unterdessen immer mehr Solidaritätsbekundungen für ihr Oberhaupt.

Vizepräsident Vance sagte dem Sender Fox News (Montag Ortszeit), der Vatikan solle sich auf Fragen der Moral und der Kirche konzentrieren statt auf politische Debatten. Präsident Trump wiederum müsse die Interessen der Vereinigten Staaten im Blick haben. Zugleich erklärte Vance: "Wir können den Papst respektieren, wir haben sicherlich ein gutes Verhältnis zum Vatikan." Meinungsverschiedenheiten zwischen der US-Regierung und dem Vatikan, etwa zu Fragen der Migration, habe es immer wieder gegeben - "ich denke nicht, dass dies besonders bemerkenswert ist", so der 2019 selbst zum Katholizismus konvertierte Vizepräsident.

Keine Entschuldigung

Am Wochenende hatte Trump den Papst auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social unter anderem als "schwach" gegenüber Kriminalität und eine "Katastrophe" in der Außenpolitik bezeichnet, nachdem das Kirchenoberhaupt den Angriff der USA und Israels auf den Iran als "wahrlich inakzeptabel" verurteilt hatte. Eine Entschuldigung für seine Äußerungen über den Papst lehnte Trump am Montag (Ortszeit) ab. "Er liegt falsch", erklärte er.

Unterdessen löschte der US-Präsident ein auf Truth Social gepostetes KI-Bild, das ihn als jesusähnliche, lichtumstrahlte Figur zeigt, die einem kranken Mann die Hand auflegt. Das Bild hatte vielfach für Empörung gesorgt; Kritiker hatten Trump unter anderem Gotteslästerung vorgeworfen. Gegenüber Fox News erklärte er nach der Löschung: "Ich dachte, es ginge um mich als Arzt und hätte etwas mit dem Roten Kreuz zu tun."

Breite Unterstützung für Leo XIV.

Der britische Kardinal Timothy Radcliffe nannte das Bild und die Erklärung bizarr. "Ich habe viele Ärzte in meinem Leben getroffen. Aber keiner war so umstrahlt." Aus der katholischen Kirche weltweit kommt ebenfalls viel Kritik an Trumps Konfrontationskurs gegenüber Papst und Vatikan. Mehrere lateinamerikanische Bischofskonferenzen veröffentlichten Solidaritätsbotschaften für das Kirchenoberhaupt. "Wir haben einen konsequenten Anführer, der uns einen Weg ohne Umkehr aufzeigt: den Frieden stets und unter allen Umständen zu fördern", schrieb der chilenische Kardinal Fernando Chomalí im Kurznachrichtendienst X.

Der peruanische Kardinal Carlos Castillo erklärte: "Wir bekunden unsere Unterstützung angesichts der Äußerungen eines Staatsoberhauptes, das versucht hat, einen Papst zu diskreditieren, der seine Mission erfüllt, die Mission Jesu."
Die brasilianische Bischofskonferenz schrieb in einer Stellungnahme, die geistliche und moralische Autorität des Papstes orientiere sich nicht an der Logik der politischen Konfrontation, sondern an der Treue zum Evangelium, "das sich unablässig für den Frieden, die Menschenwürde und den Dialog zwischen den Völkern einsetzt".

Bischof Oster: Erschreckende Äußerungen

Der Passauer Bischof Stefan Oster nannte Trumps Verbalattacken gegen Leo XIV. erschreckend und stellte die Mitgliedschaft des US-amerikanischen Bischofs Robert Barron in Trumps Kommission für Religionsfreiheit in Frage. Die Mitgliedschaft nutze der Bischof von Winona-Rochester in Minnesota zwar, um das Evangelium und die katholische Soziallehre zu verkünden, schrieb Oster am Montag in sozialen Medien. "Ob das allerdings nach den jüngsten Ausfällen Trumps und den veröffentlichten Ereignissen der Kommission noch in einer neutralen Weise möglich ist, ohne dadurch kompromittiert zu werden, wage ich zu bezweifeln."

Leo XIV. selbst kommentierte die Äußerungen Trumps am Montag mit den Worten: "Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch das offene Aussprechen der Botschaft des Evangeliums." Er sei kein Politiker und wolle sich nicht auf eine Debatte mit Trump einlassen. "Aber wir glauben als Friedensstifter an die Botschaft des Evangeliums."