"Woche für das Leben" im Bistum Osnabrück
Debatte um Suizidbeihilfe
Die „Woche für das Leben“ behandelt ein aktuelles Thema: „Leben im Sterben“. Aktionen dazu können das ganze Jahr über stattfinden, meint Hospizreferent Martin Splett. Infos gibt es auch zu einem heiklen Punkt.

Im vergangenen Jahr ist die „Woche für das Leben“ wegen des Lockdown ausgefallen, in diesem Jahr ist ihr Thema aber weiterhin aktuell: „Leben im Sterben“ ist die Woche überschrieben, die aus Sicht von Hospizreferent Martin Splett nicht auf den Aktionszeitraum beschränkt sein muss: „Wir wollen Gemeinden, Einrichtungen, Verbände oder Initiativen ermutigen, das Thema dann aufzugreifen, wenn es für sie gut passt“, sagt er. Und das angesichts der ökumenischen Ausrichtung der „Woche für das Leben“ gerne in Kooperation mit der evangelischen Kirche, aber auch gemeinsam mit Hospizvereinen oder Palliativeinrichtungen. So denkt Splett zum Beispiel gemeinsam mit Interessierten aus der Schulabteilung des Bistums und schulpädagogisch erfahrenen Hospizfachleuten über eine Fortbildung für Religionslehrkräfte und Schulseelsorger nach.
Eine diözesanweite „Leuchtturmveranstaltung“ ist dieses Jahr nicht geplant. Doch einige regionale Angebote kann Splett nennen, auch wenn er nicht sämtliche Veranstaltungen vor Ort überblicken könne, wie er sagt. So sind zum Beispiel im Dekanat Twistringen vom 19. bis 23. April Beratungsveranstaltungen rund um Tod und Sterben geplant. Splett selbst ist Ansprechperson für das Thema Suizidbeihilfe.
Zur aktuellen Debatte um die Suizidbeihilfe soll es zudem im Frühsommer eine Onlineveranstaltung geben, die vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in kirchlichen Einrichtungen zu rechtlichen, ethischen und christlichen Aspekten informieren und sensibilisieren möchte. Für den Herbst ist eine öffentliche Gesprächsreihe zu „Themen hinter der Debatte“ angedacht, wie zum Beispiel menschliche Verwundbarkeit und Angewiesenheit auf andere oder auch Sterbe- und Lebenswünsche.

Foto: Niels-Stensen-Kliniken
Splett sieht das Motto „Leben im Sterben“ als eine große Chance: „Die Kirchen können zeigen, dass sie gerade zum Lebensende mit ihrem Glauben etwas Wichtiges in die Gesellschaft einzubringen haben“, sagt er und wirbt dafür, dass Hospizarbeit und Palliativversorgung als Seelsorgefelder auch auf die Tagesordnung von Dekanatspastoralkonferenzen kommen – am besten mit Gästen aus dem entsprechenden Bereich. Ein Abend im September ist für Ständige Diakone reserviert: Dann sprechen Martin Splett und Hospizseelsorgerin Claudia Rolke über christliche Sterbebegleitung.
Als weitere denkbare Formate nennt Splett zum einen moderierte Austauschrunden, zu denen Leute bei Kaffee und Gebäck zusammenkommen und zwanglos über den Tod und damit verwandte Themen sprechen, sogenannte Death Cafes. Ein weiterer Vorschlag sind „Letzte-Hilfe-Kurse“, wie sie im Bistum immer wieder von den Maltesern angeboten werden, aber auch vom ambulanten Hospizdienst in Lemförde, etwa am 11. Juni. In rund vier Stunden werden praktische Themen rund um das Lebensende und dessen Gestaltung besprochen: von Fragen zu Pflege und Medikationen über Bestattungsplanung bis hin zur Trauerbegleitung ist viel dabei. (kb)