Jahresmotto der Caritas vorgestellt
Nur zusammen stark
Foto: Matthias Petersen
Bundesweite Aufmerksamkeit: In einer Broschüre zur bundesweiten Jahreskampagne der Caritas ist auch ein Projekt aus Schwerin dabei.
Die Sache war ganz einfach: Um das Quartier rund um die Osnabrücker Kirche St. Johann aufzuwerten, organisierte die dort lebende Rose Scholl eine Aktion: Die Seniorin installierte einen Beamer, mit dessen Hilfe Lichtbilder an die Fassade der Kirche geworfen wurden. Das sollte am besten aus dem Haus gegenüber passieren, wo der örtliche Caritasverband seinen Sitz hat. Die Anfrage kam der Caritas gerade recht, vereinte doch die Lichtbilderaktion gleich mehrere Generationen, denn Kinder und Erwachsene gleichermaßen waren eingeladen, sich zu beteiligen. Und die Förderung dieses Austausches hat sich der Deutsche Caritasverband in diesem Jahr auf die Fahne geschrieben.
Unter dem Motto „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ werden Mitgliedsverbände und Einrichtungen das ganze Jahr über für ein Füreinander und Miteinander der Generationen werben. Die Kampagne, deren Symbol zwei Schuhe eines Caritas-Generationen-Paares auf rotem Schuhkarton sind, wurde bereits an mehreren Orten eröffnet. Darunter in Schwerin, wo zwei Boxerschuhe auf dem Karton standen.
Die Schuhe stammen im Original aus dem Projekt des Caritas-Boxtrainers Detlef Krause, der im Boxkeller eines Schweriner Brennpunkts seit Jahrzehnten sozialarbeiterisch Jugendlichen eine Perspektive gibt und dessen aus Syrien stammender Meisterschüler kurz davorsteht, ein erfolgreicher Profiboxer zu werden.
Bei der Eröffnung in Schwerin war auch der Hamburger Diözesancaritasdirektor Matthias Timmermann dabei. Die wertvolle Arbeit der Caritas im Norden sei ein wesentlicher Schlüssel für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zwischen Jung und Alt, sagte er. Nur in einer Gesellschaft, in der alle Generationen eine Perspektive hätten und soziale oder andere Nachteile bestmöglich ausgeglichen würden, könne das Versprechen einer gerechten und solidarischen Gemeinschaft eingelöst werden, sagte er. „Generationengerechtigkeit ist ein wichtiger Pfeiler zur Stärkung unserer demokratischen Strukturen“, so Timmermann.
Beim Kampagnenauftakt in Passau sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: „Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen. Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar.“ Die großen Herausforderungen unserer Zeit seien nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen. Das gelte für den Klimawandel und die Folgen der Pandemie genauso wie für die Verteidigung der freiheitlichen Ordnung und für die Wahrung des sozialen Friedens.
Der Caritasverband stellte zum Kampagnenstart fünf Forderungen für einen starken Sozialstaat vor: Reformen der Sozialversicherungen, die das Vertrauen aller Generationen stärken, eine Familien- und Bildungspolitik, die allen Kindern und Jugendlichen gleiche Teilhabechancen bietet und gesellschaftliche Mitverantwortung fördert, die Schaffung von Begegnungsräumen, die Stärkung des Ehrenamts und eine nachhaltige Klimasozialpolitik. (pe/kb)
