Schwerpunkt über ehramtliches Engagement

Ihre Begeisterung prägt die Gemeinde

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Kreuz aus Menschen
Nachweis

Foto: istock

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Sie leisten Großes: Ohne Ehrenamt wäre Kirche ärmer.

So viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich in der Kirche. Sie spielen die Orgel oder betreuen Kinder, säubern den Glockenturm oder leiten Wort-Gottes-Feiern. Ihr Einsatz ist unendlich wertvoll. Hier erzählen einige von ihnen, was sie antreibt.

Frauengemeinschaft

Sie will eine Stimme in der Politik sein

Das Klischee über Frauen in der Kirche als strickende Betschwestern will Astrid Stäblein loswerden. Auch deswegen engagiert sie sich seit mehr als20 Jahren in Altenstadt in der kfd, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands. Die kfd in dem hessischen Ort ist stark, mit rund 100 Mitgliedern, „mit abwechslungsreichem Programm und charismatischen Frauen“, betont die 63-Jährige. „Die kfd hat auch bundesweit eine Stimme in Politik und Gesellschaft. Ihre Ziele finde ich wichtig.“ 

Astrid Stäblein
Astrid Stäblein.
Foto: privat

Stäblein, verheiratet und Mutter einer Tochter, ist Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Als Ausgleich zu ihrem Beruf hat sie sich die ehrenamtliche Verbandsarbeit gesucht: „Langsam wuchs ich in die kfd hinein, erst auf Pfarreiebene. Ich habe zum Beispiel die Kasse geführt, die Homepage gepflegt und bei der Durchführung des Programms mitgearbeitet.“ Später ging ihr Engagement auch auf die Diözesanebene über. Heute ist sie unter anderem kfd-Botschafterin für Oberhessen. 

„Angesichts leerer werdender Kirchenbänke und des Rückgangs der Mitgliederzahlen auch bei der kfd motiviert mich der Wunsch, die Frauenarbeit vor Ort und im Diözesanverband lebendig zu halten und mitzugestalten“, sagt Stäblein. Freiwilliges Engagement, das sei schon in ihrem Elternhaus gepflegt worden. Sie ist dankbarfür ihr Leben: „Ich möchte gerne etwas zurückgeben. Glaube ist nichts, was man nur für sich leben kann.“ Das Ehrenamt sei christliche Nächstenliebe, „praktisch ausgeführt“. 

Und der Einsatz bewirke etwas. Dass die kfd-Aktionen Anerkennung erfahren, zeige sich in der hohen Spendenbereitschaft, so Stäblein. Aktuell unterstützt die kfd Altenstadt das „Haus Atemzeit“ in Wölfersheim, das auf Spenden angewiesen ist. In der Einrichtung lernen Eltern mit schwerstkranken Kindern, im Alltag zurechtzukommen. „Hilfe in existenziellen Notsituationen, das gibt Kraft und Energie“, sagt Stäblein. „Helfen gibt auch Freude zurück.“ 

// Anja Weiffen


Kirchenvorstand

Er sucht den fairen Dialog

Eigentlich könnte sich Christoph Quasten zurücklehnen. Der Leiter des Medienzentrums im Erzbistum Paderborn geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Doch das ist seine Sache nicht. „Es ist wichtig, sich auch in schwierigen Zeiten zu engagieren“, sagt er.

Christoph Quasten
Christoph Quasten.
Foto: Patrick Kleibold

So nahm Quasten, der zudem Ratsmitglied in Paderborn und Ortsvorsteher im Stadtteil Neuenbeken ist, die Herausforderung an und ließ sich zur Wahl des Kirchenvorstands im Herbst 2025 erstmals aufstellen. „Ich habe mir natürlich gut überlegt, ob ich das mit dem Kirchenvorstand mache“, sagt er. Denn das Erzbistum Paderborn steht vor einem großen Transformationsprozess. Die bisherigen Gemeinden und Dekanate werden zu Seelsorgeräumen zusammengefasst, die Einheiten größer.

Dieser Prozess sei „in seiner Gesamtheit sicherlich richtig“, sagt Quasten. Dennoch befürchtet er, dass die Auflösung von Gemeinden problematisch werden könne: „Ich gehöre zu denen, die den Schlüssel herumdrehen – vielleicht.“ Dieser Gefahr seien sich die Mitglieder des neuen Kirchenvorstands bewusst. Und dennoch: „Wir haben Leute, die sind gewählt, die haben Verantwortung. Und wenn man den Menschen Verantwortung gibt, dann werden sie ihr in der Regel gerecht.“

Christoph Quasten will – ebenso wie in seinen politischen Ämtern – im Kirchenvorstand auf Dialog setzen. Streit, andere Meinungen? „Das muss man einfach aushalten, da darf man nicht so sensibel sein. Auch das lernt man in der Politik.“ Generell müsse in der Gesellschaft mehr debattiert werden – fair und nicht verletzend.

Quasten freut sich auf seine neue Aufgabe. „Wir haben im Kirchenvorstand eine gute Altersmischung“, sagt er. „Ich fürchte, ich bin der Älteste mit Mitte 60. Es motiviert, Kontakt mit Jüngeren zu haben. Das bereichert.“

// Wolfgang Maas


Wort-Gottes-Feiern

Sie öffnet Räume fürs Gebet

Nadine Möllenbrock weiß, dass sie Lücken füllt. „Wenn es keine Not geben würde, würde es dieses Türchen nicht geben“, sagt sie. Damit ihre Gemeinde in Hollage im Osnabrücker Land trotz Priestermangels jeden Sonntag einen Gottesdienst anbieten kann, gibt es dort seit gut einem Jahr Wort-Gottes-Feiern. Sie sind das Türchen, von dem Möllenbrock spricht. Ein schmaler Spalt, der sich geöffnet hat und ermöglicht, dass auch in einer katholischen Kirche Frauen am Sonntag einem Gottesdienst vorstehen. 

Nadine Möllebrock
Nadine Möllenbrock. Foto: Katrin Kolkmeyer 

Etwa einmal in zwei Monaten steht Möllenbrock statt des Priesters in einem hellen Gewand am Altar, begleitet von Messdienern sowie Kommunionhelferinnen und Kommunionhelfern. Die Motivation der 49-Jährigen: „Der Glaube ist ein Geschenk, das ich weitergeben möchte. Ich möchte den Raum öffnen, damit ein Gespräch mit Gott möglich ist.“ Gut acht Stunden braucht sie, um einen Gottesdienst vorzubereiten. Ein paar Wochen vorher liest sie die biblischen Texte, denkt darüber nach, entwickelt Kerngedanken. Dann sucht sie Lieder und Gebete heraus. Am Ende schreibt sie ihre Predigt. Neben ihrem Beruf als Ärztin in einem Krankenhaus. 

„Ich mache meinen Beruf gerne“, sagt sie. Aber er hat eben auch weniger schöne Seiten. Die 24-Stunden-Dienste etwa. Anders bei den Wort-Gottes-Feiern: „Ich kann das machen, muss es aber nicht. Ich mache etwas, das mir Spaß macht.“ Und sie sagt: „Durch die Vorbereitung habe ich selbst etwas davon. Ich setze mich mit dem auseinander, was mein Leben reicher macht.“ 

Ihr bisheriger Höhepunkt: An Heiligabend übernahm sie den Gottesdienst um 17 Uhr. Bis auf den letzten Platz war die Kirche gefüllt. Es herrschte eine andächtige, aber gelöste Stimmung mit viel Gesang, Weihrauch und einer mutmachenden Botschaft – von Notlösung keine Spur.

// Ulrich Waschki


Hausmeister

Er reinigt, repariert, kauft ein

Erich Schießer (65) packt zu, wo auch immer eine helfende Hand gebraucht wird. Ehrenamtlich aktiv ist er in der Kirchenstiftung der Pfarrei Sulzthal im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen. Wenn im Pfarrhaus der Wasserhahn tropft, die Lichter in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu putzen sind, die Verkaufsstände für das Pfarrfest in der historischen Kirchenburg aufgebaut werden oder der Rasen um die Lourdeskapelle oberhalb des Ortes gemäht werden muss, ist Schießer zur Stelle.

Dabei ist er gar kein gebürtiger Sulzthaler: 1987 heiratete er seine Frau Irmina und zog vom benachbarten Wasserlosen nach Sulzthal. Schon vor der Hochzeit zusammenzuziehen, sei damals undenkbar gewesen, sagt er: „Das war noch ganz streng.“ Während seine Brüder in Wasserlosen als Ministranten am Altar standen, sei er kein Messdiener gewesen. „Ich hole meinen Dienst an und in der Kirche jetzt nach“, sagt er und lacht. 

Erich Schießer
Erich Schießer. Foto: Ralf Ruppert

Als gelernter Kraftfahrzeug-Mechaniker ist er der Praktiker in der Kirchenverwaltung. Nach der Bundeswehr wechselte er in die Schweinfurter Automobilindustrie, nach 41 Jahren in der Qualitätsprüfung ging er vor Kurzem in Rente. Also hat er noch mehr Zeit, die Weihnachtskrippe aufzubauen, den Glockenstuhl zu reinigen, Getränke einzukaufen oder sich um die Heizung in Pfarrhaus und Kirche zu kümmern. 

Begonnen hat sein Engagement damit, dass er vor gut 20 Jahren beim Pfarrfest half. Kurz danach wurde er zunächst in den Pfarrgemeinderat und später in die Kirchenverwaltung gewählt. Der dreifache Vater ist mittlerweile auch Opa. Seinen ehrenamtlichen Nebenjob als Hausmeister der Pfarrgemeinde will er machen, solange es die Gesundheit zulässt. Dabei treiben ihn sein Glaube und die gute Gemeinschaft im 900-Einwohner-Dorf an. Schießer sagt: „Ohne Ehrenamt würde in Sulzthal etwas fehlen.“

// Ralf Ruppert


Landjugend

Er stärkt die Gemeinschaft im Dorf

Wenn Enrico Menke von seinem Engagement in der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) erzählt, dann leuchten seine Augen. Ob die für ihn wie eine zweite Familie ist? „Absolut“, sagt der 27-Jährige. „Das merke ich jedes Mal, wenn wir Hand in Hand zusammen etwas auf die Beine stellen.“

Enrico Menke
Enrico Menke.
Foto: KLJB Osnabrück

Menke stammt aus dem Emsland, aus einer kleinen Gemeinde in Twist. Er arbeitet als Elektro-niker für Energie- und Gebäudetechnik – und gehört der Landjugend erst seit einigen Jahren an. Aber seitdem voller Begeisterung. Er hat nicht nur die Ortsgruppe in seinem Heimatdorf mitbegründet und einige Jahre geleitet, sondern sitzt jetzt auch im Osnabrücker Diözesanvorstand. Dort kümmert er sich um einen Arbeitskreis, der die ländliche Infrastruktur in Peru fördern will. 

Dass er damit „über den eigenen Tellerrand“ gucken darf, begeistert ihn an der KLJB. Und was noch? „Also erst mal sind das wunderbare Leute“, sagt er. Die nicht lange rumreden, sondern als Gemeinschaft unkompliziert anpacken und für den ländlichen Raum etwas schaffen wollen. Wie zum Beispiel bei der 72-Stunden-Aktion, bei der Landjugendliche an drei Tagen Projekte in ihren Dörfern umsetzen – von der Boulebahn bis zum Kinderspielplatz. „Zu sehen, wie die Leute davon etwas haben und sich darüber freuen, das ist klasse.“

Aber auch die Werte, für die die KLJB steht, sind Menke wichtig. Er meint zum Beispiel Umweltschutz und Demokratie, Solidarität und Toleranz, Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit. Und die christliche Haltung. Menke ist groß geworden in einem Elternhaus, in dem die Kirche zum Alltag gehört – ein bodenständiger emsländischer Katholizismus. Genau das findet er in der Landjugend wieder. „Die hat meinen Glauben definitiv gestärkt“, sagt er. „Wenn ich nicht in der Landjugend wäre, weiß ich nicht, ob meine Bindung noch so eng wäre.“

Dass der Glaube ein Gewinn für das Leben sein kann, möchte er mit seinem Engagement anderen jungen Leuten vorleben: „Die Gemeinschaft, die wir durch die Kirche erleben, ist schon was Besonderes.“ Aber er will auch zeigen, dass solch ein Ehrenamt einen persönlich weiterbringen kann. Durch die Fähigkeiten, die man lernt und vertieft. Durch neue Einsichten und Netzwerke. Durch Freundschaften, die ein Fundament für das weitere Leben bilden. Ein bisschen stolz ist Menke darauf, dass er schon Leute aus der Stadt, die sonst nichts mit der Landjugend zu tun gehabt hätten, für den Verband begeistern konnte: „Die sind jetzt Mitglied bei uns.“

// Petra Diek-Münchow


Religiöse Kinderwochen

Sie buddelt auch mal im Matsch

„Das war eigentlich voll gefährlich …“ Rebekka Gaschler lacht. Das macht die 28-Jährige oft – und steckt damit andere an. Gerade erinnert sie sich daran, wie sie in ihrer Heimatgemeinde St. Thomas Morus in Kleinmachnow bei den Sternsingern mitgemacht hat. Vor ein paar Jahren hatte sie die Idee, dass ihre Gruppe den Segen mit dem Fahrrad von Haus zu Haus bringen könnte. „Wir mussten aufpassen, dass die Gewänder nicht in die Speichen geraten“, sagt sie, „aber es hat richtig Spaß gemacht – wir hatten sogar einen Stern für das Fahrrad gebastelt. So war man im Ort noch mal anders präsent.“

Rebekka Gaschle
Rebekka Gaschler.
Foto: Johanna Marin

Die Optikerin engagiert sich schon lange in der Kinder- und Jugendarbeit. Musik macht dabei einen großen Teil aus. Als Jugendliche organisierte sie den Mädchenchor der Nachbargemeinde, beim Krippenspiel saß sie an der Gitarre, bei vielen Religiösen Kinderwochen (RKW) am Klavier. „Ich mag es, zusammen zu singen“, sagt sie. „Obwohl, auf RKW kann es manchmal ein bisschen anstrengend sein, die Kinder davon zu überzeugen, dass sie jetzt ein cooles neues Lied lernen wollen.“ Wieder lacht sie. Wie oft sie zur RKW gefahren ist, weiß sie schon gar nicht mehr. „Irgendwo habe ich eine Liste rumliegen, auf der ich das aufgeschrieben habe.“ Im vergangenen Jahr hat sie unbezahlten Sonderurlaub beantragt, um als Helferin mitfahren zu können.

„Mir macht es richtig viel Freude, mit den Kindern wegzufahren“, sagt Gaschler. „Man lernt so viel gegenseitig voneinander, hat einen anderen Blick auf die Welt.“ Zum Beispiel habe sie dadurch mal wieder im Matsch gebuddelt. „So tief, dass man schon den trockenen Sand gesehen hat – das durfte man in dem Bildungshaus eigentlich gar nicht“, verrät sie schmunzelnd. „Das Coole war auch, dass ich letztens in meiner Mittagspause eines der RKW-Kinder getroffen habe. Der Junge war mit Freunden unterwegs, hat mir ‚Hallo Rebekka!‘ zugerufen und gewinkt. Wenn man sich wiedertrifft und die Kinder sich noch an die Zeit erinnern, das freut mich.“

Sie findet, Ehrenamt sei leicht, wenn man wisse, dass da jemand anderes sei, der die letzte Verantwortung trägt. Auch eine zeitliche Begrenzung helfe ihr. „Es ist schön zu wissen: Bis dahin übernehme ich das Ehrenamt, und dann werde ich das auch wieder los“, sagt sie – und begleitet in diesem Sommer dennoch das 14. Jahr in Folge die Religiöse Kinderwoche.

// Johanna Marin


Pfarrgemeinderat

Er verbindet Jung und Alt

Leonhard Baumann ist 42 Jahre alt und war 16 Jahre im Pfarrgemeinderat (PGR) der Pfarrei St. Laurentius in Pfaffenhofen am Inn im Erzbistum München und Freising aktiv. Zwölf Jahre leitete er das Laiengremium, vier Jahre brachte er sich auch verstärkt im Pfarrverbandsrat ein. Auf die Idee gebracht, für dieses Ehrenamt zu kandidieren, hatte den Industriemeister Elektrotechnik eine Nachbarin. 

Leonhard Baumann
Leonhard Baumann.
Foto: privat

Sie traf mit ihrem Vorstoß offenbar einen Nerv, denn Baumann weitete sein Engagement immer mehr aus: Seit Jahren bringt er Kindern als Nikolaus verkleidet das Leben des Heiligen aus Myra näher, und erstmals ging er dieses Jahr gemeinsam mit anderen Erwachsenen als Sternsinger von Haus zu Haus. Als Lektor und Kommunionhelfer gestaltet er Gottesdienste mit und lässt sich gerade zum Gottesdienstbeauftragten ausbilden, um in Zukunft selbst Wortgottesdienste leiten zu können. 

Was motiviert ihn? „Der Glaube, der mir durch meine Eltern von Kindheit an mitgegeben wurde und mir immer sehr viel Halt gegeben hat und nach wie vor gibt“, antwortet der groß gewachsene Mann mit den blonden Haaren und ergänzt: „Das Leben bei uns in der Pfarrei zeichnet sich dadurch aus, dass Jung und Alt eine Gemeinschaft bilden. Das ist für mich der Anreiz gewesen, mich da einzubringen.“ 

Der langjährige Pfarrgemeinderat wünscht sich, „dass unser Glaube weitergetragen wird und auch öffentlich gelebt wird“. Deshalb hat er gemeinsam mit seinen PGR-Kollegen Tauferinnerungstreffen eingeführt. Dazu werden die Familien ein Jahr nach der Taufe ihrer Kinder eingeladen, haben die Möglichkeit, sich auszutauschen, und erfahren von für sie passenden Angeboten der Pfarrei, zum Beispiel den monatlichen Familiengottesdiensten. „Das ist wie Saatgut, das wir aussäen und von dem wir hoffen, dass es aufgeht“, betont Baumann.

// Karin Hammermaier


Orgelspiel

Er bereichert den Gesang der Gemeinde

Bereits seit 1965 können sich die Gottesdienstbesucher von St. Matthias in Bischhagen, einem Ortsteil von Heiligenstadt, auf eines verlassen: Bernd König spielt die Orgel in ihrer Kirche. Sein mehr als sechs Jahrzehnte andauernder ehrenamtlicher Dienst zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit seiner Gemeinde. „Ich möchte einfach unsere Gottesdienste mitgestalten“, sagt er. Auch nach all der Zeit empfindet er viel Freude beim Orgelspiel.

Bernd König
Bernd König. Foto: Andrea Peters

Wann immer König (77) gebraucht wird, ist er da. „Nicht nur sonntags zu Gottesdiensten, ich spiele auch bei Taufen, Beerdigungen und allen möglichen Festen“, betont er. Und wenn ihn doch mal kurz die Lust verlassen würde, sei schließlich auch noch seine Frau da: „Die baut mich dann immer wieder auf.“ Ohne Orgel ertöne doch meistens „ein armer Gesang“, fügt er noch an.

Das Instrument selbst gehört auch schon zum Kreis der Über-Hundertjährigen. „Diese Orgel muss gespielt werden, manchmal bockt sie nämlich“, sagt König und schmunzelt. Auch nach so langen Jahren an den Pedalen und Registern schaut er noch immer auf die Noten: „Sonst spielt man nämlich nur Akkorde ohne Übergänge und nicht die Melodie.“

König sagt: „Ich möchte weitermachen.“ Ein Ende sei für ihn noch nicht in Sicht, aber eben auch kein Nachfolger. Er prägt mit seinem ehrenamtlichen Einsatz nun schon über Jahrzehnte das kirchliche Leben in Bischhagen. Anerkennung und große Wertschätzung erfährt er von seiner Gemeinde, die nun Teil der Pfarrei St. Nikolaus Siemerode ist. Anfang dieses Jahres hat ihm der Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr, die nach der Bistumspatronin benannte Elisabeth-Medaille für herausragendes ehrenamtliches Engagement verliehen. 

// Markus Bien